Ein letztes Mal konnten die Lausitzer ins Pieck-Stadion. Mit ehemaligen Spielern von Dynamo und den Profis der Füchse wurde gefeiert.
Rotweiße Absperrbänder, eingeschlagene Fenster, Gras auf der Tribüne – und Wasser auf der Spielfläche. Es ist der letzte warme Spätsommertag und die letzte Chance für die Eishockeyfans aus Weißwasser, um vom Wilhelm-Pieck-Stadion Abschied zu nehmen. Geschätzte 3000 Menschen haben das am Sonnabend getan – vermutlich sind es mehr gewesen. Denn es war ein Kommen und Gehen am Wagenfeldring. Und ohne Eintrittsgeld gibt es keine Besucheranzahl.
In einem Monat kommen die Abrissbagger. Dann endet die Geschichte eines Stadions, das mit gut 40000 freiwilligen Arbeitsstunden von Weißwasseranern mitgebaut wurde. Bis zu 16000 Menschen haben die Kämpfe auf dem Eis verfolgt – natürlich nur bei Minusgraden und den hochkarätigen Spielen, wie gegen Novosibirsk.
Weißwassers Oberbürgermeister Hartwig Rauh auf der Festveranstaltung: „Viele verbinden mit dem Stadion persönliche Erinnerungen – aber jetzt wird ein neues Kapitel aufgeschlagen.“ Denn dank des Eissportvereins, der Stadträte, Politiker und nicht zuletzt dem Energiekonzern Vattenfall wird genau an dieser Stelle die neue Eishalle gebaut: rechteckig, weiß, mit viel Glas und neuester Technik. Deshalb, so Rauh, gebe es auch viel zu feiern: Die Eishockeygeschichte Weißwassers ist nicht zu Ende, sie wird fortgeschrieben. Bernhard Stefan, Vorsitzender des Eissports Weißwasser, bringt es auf die klare Formel: „22 Jahre haben wir mit einem Provisorium gelebt, 2012 steht die neue Eishalle.“
Die Weißwasseraner haben Abschied genommen – mit Kind und Kegel ging es ein letztes Mal in das Pieck-Freiluftuftstadion Weißwasser.
Mit der neuen Halle verbinden sich große Hoffnungen in der Stadt. Vor allem, was das Flair bei den Spielen betrifft. Eishockeyprofi und berühmter Eisschnellläufer Peter Franke sagte auf der Festveranstaltung zum alten Stadion: „Stimmung war eigentlich immer hier.“ Der Eissport und die Weißwasseraner hoffen nun, dass die neue Halle noch mehr Besucher anzieht – denn ohne die Fans nutzen weder eine gute Füchsemannschaft noch ein tolles Stadion. Und die Fans sind da. Als die erste alte Bank von der Haupttribüne mit den Unterschriften von Peter Franke und der Schwarzen Maske, Klaus Hirche, versteigert wird – erzielt das alte verwitterte Brett 42 Euro. Der Meistbietende hat sie für den Fanraum seines Clubs ersteigert. So wird es mit allen versteigerten Bänken an diesem Tag sein. Die Weißwasseraner freuen sich auf die neue Halle – wollen aber ihre Geschichte und die ihrer Idole, Väter und Großväter nicht vergessen.
Wer ins Stadion nochmal rein wollte, hat sich wie zu DDR-Zeiten brav angestellt. Über den Zugang für die Eismaschine ging es dann runter auf die Spielfläche. Und da war es dann soweit. Trotz Sonnenschein und fetziger Musik, weil die Cheerleader des Eissports gerade ihre Show auf der Festbühne präsentierten: Das Herz zog es etwas zusammen, der Großvater nebenan bleibt stehen, seine Augen füllen sich mit Tränen. Dem Enkel zeigt er das Stehplatzrund: Dort oben, vierte Reihe, habe er immer gestanden. Denn ganz oben hat der Wind übel um die Ohren gepfiffen und ganz unten war die Sicht schlechter. Dann geht er aufs Spielfeld. Regenwasser hat sich dort gesammelt. Ein Blick zur Haupttribüne, einer zu den Stahlmasten, an dem früher die Beleuchtung hing. Dann schaut er auf den Enkel, streicht mit der Hand über dessen Kopf. Der Enkel hat ein Füchse-Shirt ab, spielt selbst beim Eissportnachwuchs. Ein tiefes Durchatmen noch, dann gehen sie.
Auf dem Festgelände geht es freudiger zu. Moderator und Eissportsprecher Andreas Friebel holt die Idole von Dynamo auf die Bühne. Erich Novy wird zum Ehrenmitglied des Eissports Weißwasser ernannt. An diesem Tag sind sich alle einig, dass die Recken von einst und die Füchse von heute für die Bekanntheit der Stadt Weißwasser in aller Welt sorgen. Der Eissport lebt – auch wenn das Stadion stirbt.
Rotweiße Absperrbänder, eingeschlagene Fenster, Gras auf der Tribüne – und Wasser auf der Spielfläche. Es ist der letzte warme Spätsommertag und die letzte Chance für die Eishockeyfans aus Weißwasser, um vom Wilhelm-Pieck-Stadion Abschied zu nehmen. Geschätzte 3000 Menschen haben das am Sonnabend getan – vermutlich sind es mehr gewesen. Denn es war ein Kommen und Gehen am Wagenfeldring. Und ohne Eintrittsgeld gibt es keine Besucheranzahl.
In einem Monat kommen die Abrissbagger. Dann endet die Geschichte eines Stadions, das mit gut 40000 freiwilligen Arbeitsstunden von Weißwasseranern mitgebaut wurde. Bis zu 16000 Menschen haben die Kämpfe auf dem Eis verfolgt – natürlich nur bei Minusgraden und den hochkarätigen Spielen, wie gegen Novosibirsk.
Weißwassers Oberbürgermeister Hartwig Rauh auf der Festveranstaltung: „Viele verbinden mit dem Stadion persönliche Erinnerungen – aber jetzt wird ein neues Kapitel aufgeschlagen.“ Denn dank des Eissportvereins, der Stadträte, Politiker und nicht zuletzt dem Energiekonzern Vattenfall wird genau an dieser Stelle die neue Eishalle gebaut: rechteckig, weiß, mit viel Glas und neuester Technik. Deshalb, so Rauh, gebe es auch viel zu feiern: Die Eishockeygeschichte Weißwassers ist nicht zu Ende, sie wird fortgeschrieben. Bernhard Stefan, Vorsitzender des Eissports Weißwasser, bringt es auf die klare Formel: „22 Jahre haben wir mit einem Provisorium gelebt, 2012 steht die neue Eishalle.“
Mit der neuen Halle verbinden sich große Hoffnungen in der Stadt. Vor allem, was das Flair bei den Spielen betrifft. Eishockeyprofi und berühmter Eisschnellläufer Peter Franke sagte auf der Festveranstaltung zum alten Stadion: „Stimmung war eigentlich immer hier.“ Der Eissport und die Weißwasseraner hoffen nun, dass die neue Halle noch mehr Besucher anzieht – denn ohne die Fans nutzen weder eine gute Füchsemannschaft noch ein tolles Stadion. Und die Fans sind da. Als die erste alte Bank von der Haupttribüne mit den Unterschriften von Peter Franke und der Schwarzen Maske, Klaus Hirche, versteigert wird – erzielt das alte verwitterte Brett 42 Euro. Der Meistbietende hat sie für den Fanraum seines Clubs ersteigert. So wird es mit allen versteigerten Bänken an diesem Tag sein. Die Weißwasseraner freuen sich auf die neue Halle – wollen aber ihre Geschichte und die ihrer Idole, Väter und Großväter nicht vergessen.
Wer ins Stadion nochmal rein wollte, hat sich wie zu DDR-Zeiten brav angestellt. Über den Zugang für die Eismaschine ging es dann runter auf die Spielfläche. Und da war es dann soweit. Trotz Sonnenschein und fetziger Musik, weil die Cheerleader des Eissports gerade ihre Show auf der Festbühne präsentierten: Das Herz zog es etwas zusammen, der Großvater nebenan bleibt stehen, seine Augen füllen sich mit Tränen. Dem Enkel zeigt er das Stehplatzrund: Dort oben, vierte Reihe, habe er immer gestanden. Denn ganz oben hat der Wind übel um die Ohren gepfiffen und ganz unten war die Sicht schlechter. Dann geht er aufs Spielfeld. Regenwasser hat sich dort gesammelt. Ein Blick zur Haupttribüne, einer zu den Stahlmasten, an dem früher die Beleuchtung hing. Dann schaut er auf den Enkel, streicht mit der Hand über dessen Kopf. Der Enkel hat ein Füchse-Shirt ab, spielt selbst beim Eissportnachwuchs. Ein tiefes Durchatmen noch, dann gehen sie.
Auf dem Festgelände geht es freudiger zu. Moderator und Eissportsprecher Andreas Friebel holt die Idole von Dynamo auf die Bühne. Erich Novy wird zum Ehrenmitglied des Eissports Weißwasser ernannt. An diesem Tag sind sich alle einig, dass die Recken von einst und die Füchse von heute für die Bekanntheit der Stadt Weißwasser in aller Welt sorgen. Der Eissport lebt – auch wenn das Stadion stirbt.
Von Wulf Stibenz
Quelle: SZ-Online