„Das Team ist der Star!“ – Der WochenKurier sprach kurz vorm Saisonauftakt mit Füchse-Manager Ralf Hantschke über den Blick gen Osten, den vollen Spielermarkt und das Image des deutschen Eishockeys.
So voll wie der Spielermarkt war, müssen Sie sich doch in diesem Sommer wie zur Weihnachtszeit gefühlt haben, oder? Klar war und ist der Markt übervoll, aber wir konnten und mussten schnell sondieren, wer für uns interessant ist. Natürlich sollte der sportliche Aspekt an erster Stelle stehen, aber wir unterliegen auch ganz klar finanziellen Zwängen. Gute Spieler haben auch jetzt noch ihren Preis, aber an manchen muss die Entwicklung am Markt vorbeigegangen sein – die ihren Wert maßlos überschätzen.
Also wären Spieler aus Kassel, die aus der DEL flogen, auch kein Thema im Fuchsbau?
Die haben schon gute Spieler, aber uns sind einfach die Hände gebunden.
Apropos Kassel: Hat die juristische Lizenz-Schmierenkomödie dem Image des deutschen Eishockeys, speziell der 2. Liga, nach der tollen WM geschadet?
Welchem Image soll denn noch geschadet werden? Dieses Negativimage haben sich doch die Klubs alle in den letzten zwei, drei Jahren selbst schon geschaffen. Jedes Jahr sehen wir ein Sommertheater, das seinen Ursprung im Lizenzverfahren und nicht stimmigen Unterlagen hat. Deshalb steht der Modus auch immer spät fest und sorgt bei den Fans und Interessierten für wenig Klarheit.
Wie kann dies aber geändert werden?
Indem jeder Klub vernünftig kalkuliert und seine Lizenzunterlagen wahrheitsgetreu einreicht. Noch wichtiger ist aber, dass wieder ein sportlicher Auf- und Abstieg zur DEL eingeführt wird. Der 9.000-Punkte-Plan (Jeder Klub muss für den Aufstieg bestimmte Infrastrukturauflagen der DEL erfüllen – d. Red.) ist auch nicht mehr zeitgemäß. So wird manchen Klubs mit Perspektive der Sprung eine Liga höher verwehrt. So kann man die Fans nicht für den Sport begeistern, wenn man nur um die „Goldene Ananas“ spielt.
Kurz vorm Saisonauftakt gibt es noch viel zu erledigen – bei Ralf Hantschke steht das Telefon derzeit kaum eine Minute still. Foto: Hache
Zurück zu den Füchsen: Wie ist ihr Gefühl vorm Saisonstart?
Es ist derzeit schwer zu einzuschätzen, wo unser Team steht. Durch einige Verletzungen wichtiger Spieler, wie Mike Forgie, Petr Szabo und Robert Bartlick, blieb kaum Zeit zum Einspielen. Unser Team ist auch für mich ein bisschen wie eine Wundertüte.
Und wie würde Ihre Einschätzung im Idealfall aussehen?
Mit dem Klassenerhalt wird es auch dieses Jahr eng – andere Mannschaften haben gute Truppen zusammen, auch wenn sie wie Dresden sagen, weniger Geld zur Verfügung zu haben. Wir haben gute Charaktere in der Mannschaft, darauf setze ich. Wir haben zwar vom Namen her keine Stars, die braucht man nicht, wenn alles funktioniert. Deshalb sage ich hier in aller Deutlichkeit: Das Team ist der Star! Die jungen Spieler im Team müssen an die Leistungen des Vorjahres anknüpfen und sich weiterentwickeln. Sie waren und sind unser Faustpfand, um in der 2. Bundesliga bestehen zu können. Und die Leistungsträger, namentlich Klenner, Masek, Valenti, Hartmann, Szabo, Albrecht und Rawlyk, müssen vor allen Dingen verletzungsfrei bleiben.
Apropos Leistungsträger: Die Korsettstangen im Team wurden gehalten. War dies schwierig für Sie?
Natürlich. Sie haben mit guten Leistungen Begehrlichkeiten der anderen Teams geweckt. Nehmen wir mal Sven Valenti als Beispiel: Bei ihm weiß ich, dass ihn die Hannover Indians haben wollten, er hatte sogar ein DEL-Angebot – da hätte er sicher mehr als bei uns verdienen können. Wir haben mit ihm gesprochen, haben uns dabei bei unterschiedlichen Positionen angenähert und Sven weiß letztendlich auch, was er bei uns hat.
Einer der wichtigsten Spieler beim Eishockey ist der Torhüter. Bei Ryan MacDonald nach der achtmonatigen Verletzungspause alles okay?
Ja. Er ist körperlich topfit, deshalb hat er bei uns einen Vertrag erhalten. Er braucht Spielpraxis und wird hoffentlich wieder konstant gute Leistungen abrufen können.
Der polnische Nationaltorhüter Drzemyslaw Odrobny sprach davon, dass er beim Vorbereitungsturnier mit Ihnen Gespräche geführt hätte. Stimmt dies? Sind Sie etwa mit den beiden Torhütern nicht zufrieden?
Ich unterhalte mich mit vielen Leuten. Man muss schauen was passiert, aber ihn sehe ich eher perspektivisch für später. Und beim polnischen Spielermarkt muss man ehrlich sagen, dass dieser für uns sehr interessant ist. Dort gibt es gute Spieler, die auch finanziell zu uns passen würden. Aber zurück zu den Torhütern: Ich vertraue ihnen, mit Stephen Ritter haben wir einen guten zweiten Mann. Und mit dem 18-jährigen Dustin Strahlmeier noch ein Nachwuchstalent in Jonsdorf „geparkt“. Sie sehen also, Optionen sind immer da.
Letzte Woche wurde Abschied vom alten Eisstadion gefeiert. In zwei Jahren steht die neue Arena. Kommt da Vorfreude auf?
Dafür ist keine Zeit – ist der Sport viel zu schnelllebig. Wir denken von Saison zu Saison und wollen natürlich Ende 2012 auch noch Bundesliga spielen. Ich würde ungern in einer niedrigeren Liga die neue Halle eröffnen müssen.
Ihr Wunsch für die neue Saison? Welche Schlagzeile würden Sie gern im Frühjahr lesen wollen?
Mein Wunsch ist, dass uns die Fans weiterhin die Treue halten und trotz der Erfolge der Vorjahre am Boden bleiben. Mein Schlagzeilenwunsch wäre ganz klar: „Füchse haben Klassenerhalt vorzeitig gesichert!“. (has)
So voll wie der Spielermarkt war, müssen Sie sich doch in diesem Sommer wie zur Weihnachtszeit gefühlt haben, oder?
Klar war und ist der Markt übervoll, aber wir konnten und mussten schnell sondieren, wer für uns interessant ist. Natürlich sollte der sportliche Aspekt an erster Stelle stehen, aber wir unterliegen auch ganz klar finanziellen Zwängen. Gute Spieler haben auch jetzt noch ihren Preis, aber an manchen muss die Entwicklung am Markt vorbeigegangen sein – die ihren Wert maßlos überschätzen.
Also wären Spieler aus Kassel, die aus der DEL flogen, auch kein Thema im Fuchsbau?
Die haben schon gute Spieler, aber uns sind einfach die Hände gebunden.
Apropos Kassel: Hat die juristische Lizenz-Schmierenkomödie dem Image des deutschen Eishockeys, speziell der 2. Liga, nach der tollen WM geschadet?
Welchem Image soll denn noch geschadet werden? Dieses Negativimage haben sich doch die Klubs alle in den letzten zwei, drei Jahren selbst schon geschaffen. Jedes Jahr sehen wir ein Sommertheater, das seinen Ursprung im Lizenzverfahren und nicht stimmigen Unterlagen hat. Deshalb steht der Modus auch immer spät fest und sorgt bei den Fans und Interessierten für wenig Klarheit.
Wie kann dies aber geändert werden?
Indem jeder Klub vernünftig kalkuliert und seine Lizenzunterlagen wahrheitsgetreu einreicht. Noch wichtiger ist aber, dass wieder ein sportlicher Auf- und Abstieg zur DEL eingeführt wird. Der 9.000-Punkte-Plan (Jeder Klub muss für den Aufstieg bestimmte Infrastrukturauflagen der DEL erfüllen – d. Red.) ist auch nicht mehr zeitgemäß. So wird manchen Klubs mit Perspektive der Sprung eine Liga höher verwehrt. So kann man die Fans nicht für den Sport begeistern, wenn man nur um die „Goldene Ananas“ spielt.
Zurück zu den Füchsen: Wie ist ihr Gefühl vorm Saisonstart?
Es ist derzeit schwer zu einzuschätzen, wo unser Team steht. Durch einige Verletzungen wichtiger Spieler, wie Mike Forgie, Petr Szabo und Robert Bartlick, blieb kaum Zeit zum Einspielen. Unser Team ist auch für mich ein bisschen wie eine Wundertüte.
Und wie würde Ihre Einschätzung im Idealfall aussehen?
Mit dem Klassenerhalt wird es auch dieses Jahr eng – andere Mannschaften haben gute Truppen zusammen, auch wenn sie wie Dresden sagen, weniger Geld zur Verfügung zu haben. Wir haben gute Charaktere in der Mannschaft, darauf setze ich. Wir haben zwar vom Namen her keine Stars, die braucht man nicht, wenn alles funktioniert. Deshalb sage ich hier in aller Deutlichkeit: Das Team ist der Star! Die jungen Spieler im Team müssen an die Leistungen des Vorjahres anknüpfen und sich weiterentwickeln. Sie waren und sind unser Faustpfand, um in der 2. Bundesliga bestehen zu können. Und die Leistungsträger, namentlich Klenner, Masek, Valenti, Hartmann, Szabo, Albrecht und Rawlyk, müssen vor allen Dingen verletzungsfrei bleiben.
Apropos Leistungsträger: Die Korsettstangen im Team wurden gehalten. War dies schwierig für Sie?
Natürlich. Sie haben mit guten Leistungen Begehrlichkeiten der anderen Teams geweckt. Nehmen wir mal Sven Valenti als Beispiel: Bei ihm weiß ich, dass ihn die Hannover Indians haben wollten, er hatte sogar ein DEL-Angebot – da hätte er sicher mehr als bei uns verdienen können. Wir haben mit ihm gesprochen, haben uns dabei bei unterschiedlichen Positionen angenähert und Sven weiß letztendlich auch, was er bei uns hat.
Einer der wichtigsten Spieler beim Eishockey ist der Torhüter. Bei Ryan MacDonald nach der achtmonatigen Verletzungspause alles okay?
Ja. Er ist körperlich topfit, deshalb hat er bei uns einen Vertrag erhalten. Er braucht Spielpraxis und wird hoffentlich wieder konstant gute Leistungen abrufen können.
Der polnische Nationaltorhüter Drzemyslaw Odrobny sprach davon, dass er beim Vorbereitungsturnier mit Ihnen Gespräche geführt hätte. Stimmt dies? Sind Sie etwa mit den beiden Torhütern nicht zufrieden?
Ich unterhalte mich mit vielen Leuten. Man muss schauen was passiert, aber ihn sehe ich eher perspektivisch für später. Und beim polnischen Spielermarkt muss man ehrlich sagen, dass dieser für uns sehr interessant ist. Dort gibt es gute Spieler, die auch finanziell zu uns passen würden. Aber zurück zu den Torhütern: Ich vertraue ihnen, mit Stephen Ritter haben wir einen guten zweiten Mann. Und mit dem 18-jährigen Dustin Strahlmeier noch ein Nachwuchstalent in Jonsdorf „geparkt“. Sie sehen also, Optionen sind immer da.
Letzte Woche wurde Abschied vom alten Eisstadion gefeiert. In zwei Jahren steht die neue Arena. Kommt da Vorfreude auf?
Dafür ist keine Zeit – ist der Sport viel zu schnelllebig. Wir denken von Saison zu Saison und wollen natürlich Ende 2012 auch noch Bundesliga spielen. Ich würde ungern in einer niedrigeren Liga die neue Halle eröffnen müssen.
Ihr Wunsch für die neue Saison? Welche Schlagzeile würden Sie gern im Frühjahr lesen wollen?
Mein Wunsch ist, dass uns die Fans weiterhin die Treue halten und trotz der Erfolge der Vorjahre am Boden bleiben. Mein Schlagzeilenwunsch wäre ganz klar: „Füchse haben Klassenerhalt vorzeitig gesichert!“. (has)
Quelle: www.wochenkurier.info