Der erste Spieltag der Saison 2010/2011 verspricht mit dem Spiel gegen die Dresdner Eislöwen gleich einen Knaller im Fuchsbau. Der Klub aus der Landeshauptstadt ist in Weißwasser mittlerweile ein gern gesehener Gast, denn in der jüngeren Vergangenheit brachte man immer viele Zuschauer mit und ließ in den entscheidenden Spielen die Punkte da.
Die vergangene Sommerpause in Dresden als „turbulent“ zu bezeichnen, ist gnadenlose Untertreibung: Im Mai wurde eine Etatloch im 6-stelligen Bereich entdeckt, danach zofften sich Ex-Präsidentin und Ex-Vize des Stammvereines öffentlichkeitswirksam im Internet, im Juli traf man sich mit Ex-Sportdirektor Steffen Ziesche vor Gericht, im August vereinbarte man als einzige Mannschaft in Eishockeydeutschland einen Testspieltermin mit den Kassel Huskies (der aufgrund des DEL-Ausschlusses der Hessen dann auch platzte) und im September gab es ein öffentliches Busfahrer-Casting. So ließ man in diesem Sommer wirklich kein Fettnäpfchen aus.
Im Gegensatz dazu verlief die Testspielphase der Eislöwen geradezu geordnet: 4 Siege in 9 Spielen, die Niederlagen gegen zum Teil höherklassige Mannschaften waren im vertretbaren Rahmen.
Ein gegenteiliges Bild in Weißwasser: In der Sommerpause wurde (kann man schon sagen wie gewohnt?) geräuscharm und zielstrebig die Lizensierung und die Formierung der Mannschaft über die Bühne gebracht. Die Unruhe begann dann in der Testspielphase: Verletzungspech und 4 Niederlagen in 5 Spielen (inklusive zweier deftiger Klatschen) ließen bei Fans und Verantwortlichen die Sorgenfalten wachsen. Und nach Meinung der „Eishockey-News“ sind die Füchse als einzige 2. Liga-Mannschaft beim Pre-Season-TÜV durchgefallen.
Und so fällt eine Prognose für das Heimspiel am Freitag schwer: Wenn man nach den Quoten eines Internet-Wettanbieters geht, fallen mindestens 6 Tore und die Füchse gewinnen. Ein Blick auf die Statistik zeigt aber, dass die Füchse 11 der letzten 21 Pflichtspiele gewonnen haben. Nur sieben Siege wurden in der regulären Spielzeit erkämpft, 11 Spiele der Serie endeten mit einer Differenz von nur einem Tor, Tordifferenz insgesamt 53:51. Viel knapper geht es nicht.
Aufgrund der steigerungsfähigen Informationspolitik der Eislöwen ist es auch am Tag vor dem Spiel unmöglich vorherzusagen, wer am Freitag das Eis betritt. Aktuell haben die Dresdner 17 Spieler unter Vertrag. Von der letztjährigen Mannschaft befinden sich noch 8 Spieler im aktuellen Kader, darunter die Topleute Patrick Jarrett (17 Tore, 41 Assist) und Sami Kaartinen (34 Tore, 18 Assist). Neu dazu gekommen sind u.a. die Ex-Weißwasseraner Robin Sochan, Bastian Steingroß, Jörg Wartenberg und Andre Mücke. Als Rückhalt im Tor verpflichtete man den 33-jährigen Finnen Pasi Häkkinen vom HC Bozen. Im Try-out befinden sich offiziell noch Daniel Sevo, Konstantin Firsanov und Christopher Straube. Allerdings überraschte Thomas Popiesch in dieser Woche mit der Aussage, dass man kein Geld für weitere Verpflichtungen habe. Daniel Sevo ist schon abgereist und wofür die anderen beiden dann noch getestet werden sollen, erschließt sich dem Außenstehenden nicht. Nebenbei gibt es auch noch Verletzungssorgen: Nico Pyka fällt definitiv aus, der Einsatz von Markus Ziesche und Jan Zurek steht auf der Kippe.
Auf Weißwasseraner Seite ist der Einsatz von Robert Bartlick und Mike Forgie fraglich.
Aber auch neben dem Eis gibt es gute Gründe in den Fuchsbau zu kommen:
Weiterhin spannend bleibt die Frage, wie die Landeshauptstädter den Spielort erreichen: mit Großraum-Taxis, mit den Fanbussen, einem Gruppenticket der Deutschen Bahn oder finden sie doch noch einen Fahrer für den Spielerbus?
Eine große Dresdner Fanvereinigung hat zur Mottofahrt: „Alle in Blau nach Weißwasser“ aufgerufen. Spöttische Zungen behaupten, dass im Motto die Präposition „in“ fehl am Platze ist - im angetrunkenen Zustand wäre das Spiel der Gäste sicherlich leichter zu ertragen. Hoffnungslose Optimisten dagegen sehen in der Wahl der Farbe einen zaghaften Annäherungsversuch an einen bestimmten Fanclub der Gastgeber - kommt es hier noch zur Fanfreundschaft inkl. Fanfreundschaftsschal?
In den Drittelpausen wäre auch Zeit für ein Transparente- und Doppelhalter-Bingo: Wer im Fuchsbau die Aufschriften „Standort mit DEL-Potential“, „Grüner Tisch“, „Betrug/Betrüger“, „Tradition“, „Wüste/Tal der Ahnungslosen“, „Abstieg/Absteiger“ oder „Fahrlehrer/Busfahrer“ entdeckt, darf sich ein leckeres Freiberger gönnen.
Spielbeginn ist um 19:30 Uhr im Fuchsbau zu Weißwasser. Die Begegnung steht unter der Leitung von Carsten Lenhart (Darmstadt).
1 | AnfieldFuchs | 17.09.2010 @ 08:03
Hut ab vor dem Schreiberling, sehr amüsant zum lesen ;-)
2 | Opi | 17.09.2010 @ 09:50
Hübscher Artikel, haste gut gemacht Obelix.
3 | th007DD | 17.09.2010 @ 13:12
ist in der Tat lustig zu lesen (auch als Dresdner)
4 | Dynamix12 | 17.09.2010 @ 14:15
Als Eislöwen-Fan muss man, glaube ich, eh einiges mit Humor sehen. ;-) Bin gespannt wie sich dieses Jahr die sächsischen Clubs schlagen. In WSW, Crimme und DD mussten die Hosen enger geschnallt werden. Ich hoffe es reicht dieses Jahr für alle Sachsen für mindestens Rang 10. Freu mich schon auf Sonntag in Schwenningen.
5 | bombe95 | 17.09.2010 @ 15:32
@th007DD
haha am geilsten fand ich aber damals den artikel den so ne alte oma von euch geschrieben hat. dürfte ne 3:5 niederlage für uns gewesen sein.(in dresden) ich hab mir den arsch abgelacht. kann sich noch irgendjemand an den erinnern?
6 | th007DD | 17.09.2010 @ 22:17
@bombe95;-) ich weiß was du meinst
» Die News ist älter als 14 Tage. Die Kommentarfunktion wurde deshalb deaktiviert.
Die vergangene Sommerpause in Dresden als „turbulent“ zu bezeichnen, ist gnadenlose Untertreibung: Im Mai wurde eine Etatloch im 6-stelligen Bereich entdeckt, danach zofften sich Ex-Präsidentin und Ex-Vize des Stammvereines öffentlichkeitswirksam im Internet, im Juli traf man sich mit Ex-Sportdirektor Steffen Ziesche vor Gericht, im August vereinbarte man als einzige Mannschaft in Eishockeydeutschland einen Testspieltermin mit den Kassel Huskies (der aufgrund des DEL-Ausschlusses der Hessen dann auch platzte) und im September gab es ein öffentliches Busfahrer-Casting. So ließ man in diesem Sommer wirklich kein Fettnäpfchen aus.
Im Gegensatz dazu verlief die Testspielphase der Eislöwen geradezu geordnet: 4 Siege in 9 Spielen, die Niederlagen gegen zum Teil höherklassige Mannschaften waren im vertretbaren Rahmen.
Ein gegenteiliges Bild in Weißwasser: In der Sommerpause wurde (kann man schon sagen wie gewohnt?) geräuscharm und zielstrebig die Lizensierung und die Formierung der Mannschaft über die Bühne gebracht. Die Unruhe begann dann in der Testspielphase: Verletzungspech und 4 Niederlagen in 5 Spielen (inklusive zweier deftiger Klatschen) ließen bei Fans und Verantwortlichen die Sorgenfalten wachsen. Und nach Meinung der „Eishockey-News“ sind die Füchse als einzige 2. Liga-Mannschaft beim Pre-Season-TÜV durchgefallen.
Und so fällt eine Prognose für das Heimspiel am Freitag schwer: Wenn man nach den Quoten eines Internet-Wettanbieters geht, fallen mindestens 6 Tore und die Füchse gewinnen. Ein Blick auf die Statistik zeigt aber, dass die Füchse 11 der letzten 21 Pflichtspiele gewonnen haben. Nur sieben Siege wurden in der regulären Spielzeit erkämpft, 11 Spiele der Serie endeten mit einer Differenz von nur einem Tor, Tordifferenz insgesamt 53:51. Viel knapper geht es nicht.
Aufgrund der steigerungsfähigen Informationspolitik der Eislöwen ist es auch am Tag vor dem Spiel unmöglich vorherzusagen, wer am Freitag das Eis betritt. Aktuell haben die Dresdner 17 Spieler unter Vertrag. Von der letztjährigen Mannschaft befinden sich noch 8 Spieler im aktuellen Kader, darunter die Topleute Patrick Jarrett (17 Tore, 41 Assist) und Sami Kaartinen (34 Tore, 18 Assist). Neu dazu gekommen sind u.a. die Ex-Weißwasseraner Robin Sochan, Bastian Steingroß, Jörg Wartenberg und Andre Mücke. Als Rückhalt im Tor verpflichtete man den 33-jährigen Finnen Pasi Häkkinen vom HC Bozen. Im Try-out befinden sich offiziell noch Daniel Sevo, Konstantin Firsanov und Christopher Straube. Allerdings überraschte Thomas Popiesch in dieser Woche mit der Aussage, dass man kein Geld für weitere Verpflichtungen habe. Daniel Sevo ist schon abgereist und wofür die anderen beiden dann noch getestet werden sollen, erschließt sich dem Außenstehenden nicht. Nebenbei gibt es auch noch Verletzungssorgen: Nico Pyka fällt definitiv aus, der Einsatz von Markus Ziesche und Jan Zurek steht auf der Kippe.
Auf Weißwasseraner Seite ist der Einsatz von Robert Bartlick und Mike Forgie fraglich.
Aber auch neben dem Eis gibt es gute Gründe in den Fuchsbau zu kommen:
Weiterhin spannend bleibt die Frage, wie die Landeshauptstädter den Spielort erreichen: mit Großraum-Taxis, mit den Fanbussen, einem Gruppenticket der Deutschen Bahn oder finden sie doch noch einen Fahrer für den Spielerbus?
Eine große Dresdner Fanvereinigung hat zur Mottofahrt: „Alle in Blau nach Weißwasser“ aufgerufen. Spöttische Zungen behaupten, dass im Motto die Präposition „in“ fehl am Platze ist - im angetrunkenen Zustand wäre das Spiel der Gäste sicherlich leichter zu ertragen. Hoffnungslose Optimisten dagegen sehen in der Wahl der Farbe einen zaghaften Annäherungsversuch an einen bestimmten Fanclub der Gastgeber - kommt es hier noch zur Fanfreundschaft inkl. Fanfreundschaftsschal?
In den Drittelpausen wäre auch Zeit für ein Transparente- und Doppelhalter-Bingo: Wer im Fuchsbau die Aufschriften „Standort mit DEL-Potential“, „Grüner Tisch“, „Betrug/Betrüger“, „Tradition“, „Wüste/Tal der Ahnungslosen“, „Abstieg/Absteiger“ oder „Fahrlehrer/Busfahrer“ entdeckt, darf sich ein leckeres Freiberger gönnen.
Spielbeginn ist um 19:30 Uhr im Fuchsbau zu Weißwasser. Die Begegnung steht unter der Leitung von Carsten Lenhart (Darmstadt).