Tappt Weißwasser beim Neubau des Eisstadions in die Kostenfalle?
01.10.2010 | 06:16 Uhr von
Noch steht das alte Stadion. Doch schon jetzt mehren sich die Anzeichen für Preissteigerungen.
Gleich zwei Firmen werden den Abriss des alten Eisstadions besorgen. Nicht der Umfang des Auftrags ist die Ursache dafür, sondern die Kosten. Entgegen der ersten Schätzungen verteuert er sich. Waren allein für den Abriss des Stadions ohne Nebengebäude zunächst 250000 Euro Abrisskosten eingeplant, wurde der Auftrag nun für 300000 Euro vergeben. Ausführen wird ihn die Görlitzer Firma SBR. Dazu kommen die Kosten für den Abriss der Nebengebäude für weitere 360000 Euro. Ihn übernimmt die Firma V & C Metzner aus Wittichenau. Auch dieses Submissionsergebnis fiel höher aus als erwartet. Wenigstens einer der Aufträge muss noch dieses Jahr abgerechnet werden, also auch erledigt sein. Abrissbeginn ist am 11. Oktober.
Das Kunsteisstadion Wilhelm Pieck, so der volle Name des alten Freiluftstadions, wird ab dem 11. Oktober von zwei Firmen abgerissen. Die Kosten betragen insgesamt 660000 Euro. Foto : J. Rehle
Um die Eigenmittel für den Abriss im Rahmen zu halten, schaffte es die Stadt, zwei Förderprogramme anzuzapfen: das Landesbrachenprogramm der Landesdirektion und das Stadtumbau-Ost-Programm der Sächsischen Aufbaubank. Sie sind auch der Grund, warum der Abriss in zwei Losen vergeben werden musste. Die Stadt selbst schultert nach jetzigem Stand 210000 Euro aus eigener Kraft. Klartext-Stadtrat und Füchse-Trainer, Dirk Rohrbach, meldete Bedenken dagegen an, dass zwei Firmen sich den Abriss teilen. Er befürchte dadurch weitere Kostenerhöhungen, sagte er. Es könne immer etwas schief gehen, räumte Bauamtsleiter Thomas Böse ein, doch hätten weder die Planer noch die Firmen Bedenken angemeldet.
Was die Planungen für den Neubau betrifft, steht inzwischen das Raumprogramm fest. Es ist Grundlage zur Beantragung der Fördermittel. Eine Zweidrittelförderung, wie beabsichtigt, ist in weite Ferne gerückt. Alles, was mit dem Spitzensport zu tun hat, wird nicht gefördert, sagte Böse. Der Bauantrag selbst soll im Februar 2011 eingereicht werden. Mittlerweile liegen auch Berechnungen darüber vor, wie hoch künftig die Betriebskosten ausfallen werden. Ein wichtiger Punkt für die Stadt, die die Kosten in die Haushaltsplanungen einfließen lassen kann.
Schlechte Nachrichten gibt es bezüglich des Baugrunds. Er besteht vor allem aus Sand. Deshalb werden zusätzlich geschotterte Punktfundamente erforderlich sein. Das bedeutet Mehrkosten von voraussichtlich 250000 Euro. Nicht nur deshalb drängt die Stadt die Planer des Stuttgarter Büros asp, den gesetzten Kostenrahmen von 15,75 Millionen Euro um eine halbe Million zu senken. Um diesem Ziel näher zu kommen, haben die Planer nun eine Tribünenreihe gestrichen. Die Kosten werden dennoch ein ständiges Problem bleiben. „Wir werden jeden Cent umdrehen müssen“, prophezeite Böse.
Mir is das klar, dass das so nich läuft, aber es is doch komisch.. Normalerweise müsste der Planer sagen "10 Mark" und dann die ausführende Firma "okay" - was dann passiert is nich mehr Sache der Auftraggeber. Aber okay, sellerie, hauptsache die werden fertig dieses Jahr.
2 | Dynamix12 | 01.10.2010 @ 07:51
Der Auftraggeber (Stadt) muss in seiner Ausschreibung die Bedingungen beschreiben wie sie vorzufinden sind, sodass der Auftragnehmer (Firmen) ein entsprechendes Angebot abgeben kann. Wird während der Arbeit festgestellt, dass die Bedingungen nicht so sind, wie in der Ausschreibung beschrieben, kann der Auftragnehmer (Firmen) Nachzahlungen verlangen. Wenn zum Beispiel der Boden verseucht wäre und es wurde bisher nicht festgestellt, trägt der Auftraggeber die Kosten dafür.
3 | thingslikehockey | 01.10.2010 @ 08:16
Natürlich alles in der Annahme, dass dies und das vorher geprüft wurde. Wenn nich, wirst du schon recht haben, aber dann gibt's eben auch keine Diskussion, bzw. brauch sich der Auftraggeber nich beschweren, wenn's einfach teurer wird. Egal, will niemanden ans Bein pissen, nur dass die Halle irgendwann steht, bzw. die alte erstma abgerissen wird.
4 | Odin | 01.10.2010 @ 10:20
Die merken jetzt erst, dass der Baugrund "vor allem aus Sand besteht"? Alle Achtung!
5 | DavidH. | 01.10.2010 @ 11:02
hehe jo weil Sand ist in unserer Gegend als Untergrund nur sehr sehr selten anzutreffen :)
6 | rene72 | 01.10.2010 @ 11:27
die haben nun ja mit undefinierbaren Extras gerechnet und dort eben eine Budgetgröße freigehalten.
7 | Senator | 01.10.2010 @ 11:38
"Sand da Maria. Es ist noch Sand da Maria!...."
8 | Coswiger | 01.10.2010 @ 11:40
Eine Tribünenreihe wurde gestrichen-Müßte damit nicht auch die Gesamtkapazität von 3000 Zuschauern gesenkt werden???
9 | JimPanse | 01.10.2010 @ 12:33
wie viele tribünenreihen sind denn gegenwärtig vorgesehen? damit man weiß, wie viele noch geopfert werden können, bis es einreihig wird... aber das mit dem sand ist schon überraschend. und licht nicht vergessen, abends wirds dunkel.
10 | tanngrismir | 01.10.2010 @ 15:03
50.000 hier, 50.000 da, hier ne Tribünenreihe eingespart, dort nen Stück weggelassen. Hier gibt´s die ersten Kostenerhöhungen wo noch nicht ein einziger Handschlag gemacht ist :-O Was denkt man denn eigentlich wie´s läuft wenn der Bau erstmal richtig losgeht? Wenn er denn losgeht! Bauantrag im Februar 2011 einreichen und im Dezember 2012 fertig sein wollen?????? Nachtigal ick hör dir trapsen. Bei mir springen bei diesem Artikel sämtliche Alarmglocken an.....
11 | p.e.187 | 01.10.2010 @ 15:40
hehe es heisst planung und nicht basteln!
soweit ist also alles im lot, besser jetzt ein bodengutachten mit mässigen ergebnissen, als keines machen und dann vom baum fallen. und nein es ist wohl nicht so, dass es nur sand in der lausitz gibt...in diesem sinne alles i.O. - eben weil ja von vornherein klar wir und ist, das jeder cent nur einmal ausgegeben werden kann. bauen kostet nunmal!
12 | Locke | 01.10.2010 @ 18:56
fazit: wenn der stadionbau abgeschlossen ist haben wir keine tribünen da wir ja die kosten nach stadionbau komplett übertroffen haben... ohman....
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Gleich zwei Firmen werden den Abriss des alten Eisstadions besorgen. Nicht der Umfang des Auftrags ist die Ursache dafür, sondern die Kosten. Entgegen der ersten Schätzungen verteuert er sich. Waren allein für den Abriss des Stadions ohne Nebengebäude zunächst 250000 Euro Abrisskosten eingeplant, wurde der Auftrag nun für 300000 Euro vergeben. Ausführen wird ihn die Görlitzer Firma SBR. Dazu kommen die Kosten für den Abriss der Nebengebäude für weitere 360000 Euro. Ihn übernimmt die Firma V & C Metzner aus Wittichenau. Auch dieses Submissionsergebnis fiel höher aus als erwartet. Wenigstens einer der Aufträge muss noch dieses Jahr abgerechnet werden, also auch erledigt sein. Abrissbeginn ist am 11. Oktober.
Um die Eigenmittel für den Abriss im Rahmen zu halten, schaffte es die Stadt, zwei Förderprogramme anzuzapfen: das Landesbrachenprogramm der Landesdirektion und das Stadtumbau-Ost-Programm der Sächsischen Aufbaubank. Sie sind auch der Grund, warum der Abriss in zwei Losen vergeben werden musste. Die Stadt selbst schultert nach jetzigem Stand 210000 Euro aus eigener Kraft. Klartext-Stadtrat und Füchse-Trainer, Dirk Rohrbach, meldete Bedenken dagegen an, dass zwei Firmen sich den Abriss teilen. Er befürchte dadurch weitere Kostenerhöhungen, sagte er. Es könne immer etwas schief gehen, räumte Bauamtsleiter Thomas Böse ein, doch hätten weder die Planer noch die Firmen Bedenken angemeldet.
Was die Planungen für den Neubau betrifft, steht inzwischen das Raumprogramm fest. Es ist Grundlage zur Beantragung der Fördermittel. Eine Zweidrittelförderung, wie beabsichtigt, ist in weite Ferne gerückt. Alles, was mit dem Spitzensport zu tun hat, wird nicht gefördert, sagte Böse. Der Bauantrag selbst soll im Februar 2011 eingereicht werden. Mittlerweile liegen auch Berechnungen darüber vor, wie hoch künftig die Betriebskosten ausfallen werden. Ein wichtiger Punkt für die Stadt, die die Kosten in die Haushaltsplanungen einfließen lassen kann.
Schlechte Nachrichten gibt es bezüglich des Baugrunds. Er besteht vor allem aus Sand. Deshalb werden zusätzlich geschotterte Punktfundamente erforderlich sein. Das bedeutet Mehrkosten von voraussichtlich 250000 Euro. Nicht nur deshalb drängt die Stadt die Planer des Stuttgarter Büros asp, den gesetzten Kostenrahmen von 15,75 Millionen Euro um eine halbe Million zu senken. Um diesem Ziel näher zu kommen, haben die Planer nun eine Tribünenreihe gestrichen. Die Kosten werden dennoch ein ständiges Problem bleiben. „Wir werden jeden Cent umdrehen müssen“, prophezeite Böse.
Quelle: SZ-Online