Eishockey - Heimspiele beflügeln. Weil die eigenen Fans die Musik machen und den Rücken stärken. Weil Freunde und Familie auf der Tribüne sitzen. Weil Siegesfeiern in der eigenen Kabine einfach am schönsten sind. So feierten die Zweitligisten von den Heilbronner Falken bei den Heimspielen Nummer eins und zwei in trauter Halle. Aller guten und beflügelnden Dinge sollten gestern Abend gegen die Lausitzer Füchse drei sein. Die Mannschaft von Trainer Rico Rossi kassierte vor 1480 Zuschauern ein ärgerliches 2:3 (0:2,1:0,1:0,0:1) nach Penaltyschießen.
Guter Start
Von Beflügelung − resultierend aus den Heimsiegen und dem überraschenden 7:2-Coup vom Freitagabend bei den Wölfen Freiburg − war bei den Falken zunächst nicht viel zu sehen. Die Gastgeber legten engagiert los, Toptorjäger Keith Johnson hatte in der dritten Minute Saisontor Nummer neun auf dem Schläger, Luigi Calce brach bei einem Schlagschuss in aussichtsreicher Position der Schläger (7. Minute). Mehr Erbauliches war da nicht, schon gar nichts Zwingendes.
So holten sich Johnson Co. in Unterzahl Moral. Calce hatte wegen Haltens auf die Strafbank Platz genommen, als Felix Brückmann im Tor der Heilbronner zwei Mal parierte. Die Falken-Fans hauchten ein raunendes "Oooouuuuhhh" durchs Stadion (12.). Auch zwei Minuten später, erneut in Unterzahl, verhinderte der junge Schlussmann die Führung der Gäste aus Weißwasser. Die Falken nahmen Fahrt auf − und bremsten sich selber aus. Die Heilbronner verdaddelten in Minute 16 den Puck in der neutralen Zone, die Füchse setzten einen schlauen Konter mit zwei kurzen Pässen, Richard Hartmann vollendete, und überraschend stand es 0:1. Nicht genug der Überraschung: Hartmann legte drei Minuten später mit einem satten Schuss aus spitzem Winkel nach, 0:2. Die in Blau und Gelb gekleideten Füchse-Fans sangen: "Ein Schuss, ein Tor, Dynamo!" Ein Heimspiel sieht anders aus. Rico Rossi hatte vor dem Wochenende noch unterstrichen: "Wir wollen, wenn möglich, natürlich jedes Saisonspiel gewinnen." Mit so wenig Konzentration wie im ersten Drittel gestern Abend ist das natürlich unmöglich.
Der Auftakt des zweiten Abschnitts gehörte den Gästen. In der 24. Minute hatte die Falken-Defensive bei einem Schuss Glück, dann kam eine Minute später kein Pech dazu: Gekonnt überstanden die Heilbronner rund eineinhalb Minuten in einer 3:5-Unterzahl; Torsten Fendt, Marco Schütz, Justin Cox und natürlich Brückmann hatten den Löwenanteil der Arbeit zu leisten. Dieses kleine Erfolgserlebnis, es tat gut. Denn die Falken zwangen nun die Lausitzer zu Strafzeiten.
Nach einem Foul an Tomas Martinec gab es gestern Abend einen Penalty für die Heilbronner Falken. Der Gefoulte verwandelte ihn zum 1:2-Anschlusstreffer gegen die Lausitzer Füchse. Am Ende stand jedoch die erste Heimniederlage.Foto: Andreas Veigel
Unspektakulär
Bei Überzahl tauchte plötzlich Tomas Martinec alleine vor Schlussmann Ryan MacDonald auf, wurde aber regelwidrig beim Torschuss behindert. Keine Frage: Penalty. Der Neuzugang wählte eine unspektakuläre Variante und schob die Scheibe durch MacDonalds Schoner. Sein dritter Saisontreffer (34.) ein Signal: Endlich gaben die Falken-Fans den Ton an, Sekunden später hatte Johnson die Chance zum Ausgleich − so klingen und sehen Heimspiele aus.
Jetzt wogte das Spiel hin und her, die Falken machten den Ausgleich. Justin Cox (52.) fälschte einen Schuss von Torsten Fendt ab. Brückmann hielt einen Penalty (55.) gegen Thomas Götz, es ging in die Verlängerung und ins Penaltyschießen. Danny Albrecht von den Gästen verwandelte als einziger − am Ende sangen die Füchse-Fans.
Ich hatte in der für mich sehr schönen Halle (Stimmungsmässig mal ausgenommen) eine gute Sicht auf beide Penaltys. Und ich muss sagen, es waren beide keine. Nicht der gegen uns und schon gar nicht der für uns. Das war ein Geschenk von Herrn Klau, welches Götz kläglich vergab.
4 | Lischi | 11.10.2010 @ 12:40
Das entscheidende war doch die Starfe geg Klenner, was nie und nimmer eine war, wo wir dann im Unterzahlspiel kurz darauf den Panalty geg uns bekommen der wiederum auch nie einer war - kommt die Starfe nicht kommt auch kurz darauf der Penalty nicht und wir nehmen dort sogar drei Punkte mit die wir aber auch so mitnehmen hätten können.
5 | Silvio67 | 11.10.2010 @ 13:30
@3 eine sehr schöne Halle, sieht aber von der Konstruktion her, anders aus. Die Pfeiler vor den Zuschauern, gehen in einer neu gebauten Halle gar nicht. Das hat sogar Bietigheim geschafft, die Konstruktion des Daches so zu verändern, dass man die Pfeiler raus nehmen konnte und das in einer uralten Halle.
6 | Coswiger | 11.10.2010 @ 15:24
Stimmt schon die Pfeiler stören. Aber man ist nah dran am Eis, hat keinen Schützengraben wie bei uns geplant, es ist steil gebaut und man hat eine gute Akkustik. Und die Zuschauer stehen bis unters Dach.So eine Halle ohne Pfeiler würde ich mir bei uns wünschen.
7 | derlen | 11.10.2010 @ 16:17
Die Pfeiler sind scheisse, dass stimmt. Aber: nah am geschehen, Steil gebaut und bis unter's Dach stehen. Genau das meine ich mit schön. Hat halt jeder einen anderen Geschmack...
» Die News ist älter als 14 Tage. Die Kommentarfunktion wurde deshalb deaktiviert.
Guter Start
Von Beflügelung − resultierend aus den Heimsiegen und dem überraschenden 7:2-Coup vom Freitagabend bei den Wölfen Freiburg − war bei den Falken zunächst nicht viel zu sehen. Die Gastgeber legten engagiert los, Toptorjäger Keith Johnson hatte in der dritten Minute Saisontor Nummer neun auf dem Schläger, Luigi Calce brach bei einem Schlagschuss in aussichtsreicher Position der Schläger (7. Minute). Mehr Erbauliches war da nicht, schon gar nichts Zwingendes.
So holten sich Johnson Co. in Unterzahl Moral. Calce hatte wegen Haltens auf die Strafbank Platz genommen, als Felix Brückmann im Tor der Heilbronner zwei Mal parierte. Die Falken-Fans hauchten ein raunendes "Oooouuuuhhh" durchs Stadion (12.). Auch zwei Minuten später, erneut in Unterzahl, verhinderte der junge Schlussmann die Führung der Gäste aus Weißwasser. Die Falken nahmen Fahrt auf − und bremsten sich selber aus. Die Heilbronner verdaddelten in Minute 16 den Puck in der neutralen Zone, die Füchse setzten einen schlauen Konter mit zwei kurzen Pässen, Richard Hartmann vollendete, und überraschend stand es 0:1. Nicht genug der Überraschung: Hartmann legte drei Minuten später mit einem satten Schuss aus spitzem Winkel nach, 0:2. Die in Blau und Gelb gekleideten Füchse-Fans sangen: "Ein Schuss, ein Tor, Dynamo!" Ein Heimspiel sieht anders aus. Rico Rossi hatte vor dem Wochenende noch unterstrichen: "Wir wollen, wenn möglich, natürlich jedes Saisonspiel gewinnen." Mit so wenig Konzentration wie im ersten Drittel gestern Abend ist das natürlich unmöglich.
Der Auftakt des zweiten Abschnitts gehörte den Gästen. In der 24. Minute hatte die Falken-Defensive bei einem Schuss Glück, dann kam eine Minute später kein Pech dazu: Gekonnt überstanden die Heilbronner rund eineinhalb Minuten in einer 3:5-Unterzahl; Torsten Fendt, Marco Schütz, Justin Cox und natürlich Brückmann hatten den Löwenanteil der Arbeit zu leisten. Dieses kleine Erfolgserlebnis, es tat gut. Denn die Falken zwangen nun die Lausitzer zu Strafzeiten.
Unspektakulär
Bei Überzahl tauchte plötzlich Tomas Martinec alleine vor Schlussmann Ryan MacDonald auf, wurde aber regelwidrig beim Torschuss behindert. Keine Frage: Penalty. Der Neuzugang wählte eine unspektakuläre Variante und schob die Scheibe durch MacDonalds Schoner. Sein dritter Saisontreffer (34.) ein Signal: Endlich gaben die Falken-Fans den Ton an, Sekunden später hatte Johnson die Chance zum Ausgleich − so klingen und sehen Heimspiele aus.
Jetzt wogte das Spiel hin und her, die Falken machten den Ausgleich. Justin Cox (52.) fälschte einen Schuss von Torsten Fendt ab. Brückmann hielt einen Penalty (55.) gegen Thomas Götz, es ging in die Verlängerung und ins Penaltyschießen. Danny Albrecht von den Gästen verwandelte als einziger − am Ende sangen die Füchse-Fans.
Heilbronner Falken - Lausitzer Füchse 2:3 n.P (0:2,1:0,1:0)
Heilbronn: Tor: Brückmann . Abwehr: Schütz, Bittner, Krull, Baum, Mapes, Fendt, Gödtel. Angriff: Carciola, Hackert, Léveillé, Johnson, Martinec, Slattengren, Cox, Calce, Moosberger, Wenzel.
Tore: 0:1 (16.) Hartmann, 0:2 (18.) Hartmann, 1:2 (34./Penalty) Martinec. 2:2 (52.) Cox, 2:3 (Penalty) Albrecht
Strafminuten: 20/14
Von Lars Müller-Appenzeller
Quelle: www.stimme.de