Die Eisarena
Der neue Fuchsbau
 
Rothäute bleiben auch in Weißwasser blass
16.10.2010 | 08:06 Uhr von
Ein ungefährdeter Sieg für die Füchse – die Indians aus Hannover sind nur in den ersten zehn Minuten eine ernsthafter Widerpart.

Die Lausitzer Füchse hatten allein am vergangenen Wochenende mehr Punkte geholt – nämlich fünf – als die „Indianer“ aus Hannover in der gesamten bisherigen Saison. Die Gäste hatten es bis gestern auf gerade einmal vier Zähler gebracht, die aus einem Sieg über Landshut am zweiten Spieltag und einem Unentschieden in Bietigheim am vergangenen Wochenende resultierten. Langsam wird man angesichts der Niederlagenserie nervös in Hannover, hat mit Stürmer Kostyrev schon den ersten Spieler nachverpflichtet.

Für die Füchse galt es, den Gedanken an einen schwachen Gegner auszuschalten. Auch Tabellenletzte wollen bezwungen sein, und gerade im Eishockey drehen sich Kräfteverhältnisse manchmal schnell. Aber dann hinterließen die Gäste im ersten Drittel einen schwachen Eindruck, spielten ein allenfalls zaghaftes Forechecking und versuchten einen Abwehrriegel aufzubauen, was aber gründlich danebenging. Keine drei Minuten waren gespielt, da zappelte der Puck zum ersten Mal im Netz der Hannoveraner. Hartmann hatte den Puck in die rechte Ecke auf Masek gespielt, der war hinter das Gästetor gelaufen und lupfte die Scheibe über einen Verteidigerschläger vors Tor, wo wiederum Hartmann aus zwei Metern mit einem Direktschuss unter die Latte traf. Die Gäste spielten zwar mit, kamen aber erst in der elften Minute zu ihrer ersten Chance, als Fox vorbei schoss. Wenig später reagierte Füchse-Torwart Ryan MacDonald bei einer 2:1-Situation mit McPherson und Fox gegen den Schuss und den Nachschuss prächtig. Die Füchse blieben trotz dieser Gästechancen tonangebend und kamen durch den zweiten Tagestreffer des Slowaken Richard Hartmann in Überzahl zum 2:0. Diesmal hatte Szabo die Scheibe aus der rechten Ecke vor das Tor gepasst, wo sie von Hartmann per Direktabnahme versenkt wurde. Szabo traf wenig später das Außennetz, die Gäste hatten noch eine Möglichkeit zum Anschlusstreffer (Chamberlain schoss nach einer 2:1-Situation vorbei), bevor Rawlyk mit dem dritten Füchse-Tor schon für eine kleine Vorentscheidung sorgte. Diesmal hatte der kanadische Verteidiger nach einem Rückpass von Albrecht mit einem Distanzschuss getroffen. Die Führung der Füchse nach dem ersten Drittel war verdient, wenn auch etwas zu hoch.

Wer dachte, die Indianer aus Hannover würden nun ihr sprichwörtliches Kämpferherz entdecken, sah sich getäuscht. Zwar hatten die Gäste in Überzahl die erste Chance des Drittels, aber die entsprang in Überzahl eher dem Zufall. Valenti war die Scheibe beim Versuch, sie aus dem Drittel zu spielen, abgerutscht. Sie landete auf dem Schläger von Fox, der aber erneut an MacDonald scheiterte. Wenig später gelang den Füchsen der vierte Treffer. Valenti hatte einen Rückpass von Szabo direkt geschossen, Torwart Owen war beim Flachschuss in die rechte Ecke die Sicht verdeckt. Danach verließ Owen entnervt das Eis und machte Peter Holmgren Platz. Der strahlte etwas mehr Sicherheit aus, das war aber auch alles, was von den Gästen kam. Aller Kampfesmut war dahin, die Füchse dominierten immer klarer, verpassten es aber, weitere Treffer zu erzielen. Grosch schoss aus Nahdistanz, scheiterte aber an Holmgren (31.), In Überzahl hatte Hartmann eine gute Möglichkeit, scheiterte aber ebenso. Forgie hatte eine gute Chance (35.), Szabo traf mit einem abgefälschten Schuss nur den Pfosten (Holmgren war da schon in der falschen Ecke), und Kruminsch ließ mit einer schönenen Einzelleistung seinen Gegenspieler aussteigen, zog vors Tor, aber auch hier blieb Holmgren der Sieger. Die Gäste konnten zur Drittelsirene froh sein, dass es „nur“ 0:4 aus ihrer Sicht stand.

Richard Hartmann (links) jubelt nach dem Treffer zum 2:0 gemeinsam mit Ervin Masek.

Das Schlussdrittel begannen die Füchse noch in Überzahl und nutzten diese zum fünften Treffer. Danny Albrecht hatte geschossen, Marcel Linke den Puck abgefälscht. Damit war jeglicher Dampf raus aus der Partie. Die Gäste versuchten zwar noch, den Ehrentreffer zu erzielen, blieben aber wie schon das gesamte Spiel über viel zu ungefährlich. Die Füchse hatten noch einige Male weitere Treffer auf dem Schläger, konnten aber gestern großzügig sein. In Unterzahl (Klenner saß auf der Strafbank), fuhren Albrecht und Forgie einen Konter, Albrecht schloss allein ab, aber Holmgren hielt stark. In Überzahl hatte Masek dann noch eine gute Chance, aber letztlich wirkte das Spiel in den Schlussminuten eher wie eine Trainingspartie. Die Füchse konnten Kräfte für das Sonntagsspiel in Bremerhaven sparen und konzentrierten sich darauf, ihrem Torwart das Shutout zu sichern. MacDonald hatte sich dieses kleine Erfolgserlebnis mit einigen starken Paraden auch mehr als verdient.

Die Füchse liegen nach dem klaren Heimsieg mit 14 Punkten aus neun Spielen sehr gut im Rennen und haben auch in Bremerhaven eine gute Chance. Die Fishtown Pinguins sind mit ihrer starken Mannschaft eher enttäuschend in die Saison gestartet, haben gestern allerdings in Freiburg (2:3 nach Verlängerung) gepunktet. Im hohen Norden treffen die Weißwasseraner auf einen alten Bekannten. Carsten Gosdeck ist nach der vergangenen Saison dorthin gewechselt – und sehnt sich vielleicht schon wieder nach den guten, alten Zeiten in Weißwasser zurück: In Bremerhaven läuft es bisher auch für ihn nicht.

Von Frank Thümmler

Quelle: SZ-Online.de
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