Die Eisarena
Der neue Fuchsbau
 
Nichts gewesen außer Spesen
21.10.2010 | 11:50 Uhr von
Die Lausitzer Füchse scheiden bei den Heilbronner Falken sang- und klanglos aus dem Pokal aus.
Zur Pokalfahrt knapp 600 Kilometer nach Heilbronn – eine lästige Pflichtaufgabe? Füchse-Trainer Dirk Rohrbach hatte das zwar vor der Partie verneint, aber die Auslosung des Pokal-Viertelfinales gestern Vormittag dürfte für einen zusätzlichen Motivationsdämpfer bei den Lausitzer Füchsen gesorgt haben. Im Falle eines Sieges winkte kein Heimspiel, sondern eine weitere Auswärtsfahrt nach Ravensburg, noch einmal 100 Kilometer weiter. Jutta Schneeweis, die Ehefrau des DEB-Vizepräsident Raymund Schneeweis hatte sich in den Münchener ESBG-Geschäftsräumen alles andere als Glücksfee für die Weißwasseraner erwiesen. (Anders lief es für Crimmitschau: Die Eispiraten empfangen die deutsche U20-Auswahl.)

Füchse-Trainer Dirk Rohrbach hatte zudem entschieden, in dieser Pokalpartie dem Backup-Goalie Stephen Ritter eine Einsatzchance zu geben und die Nummer 1 im Tor der Füchse, Ryan MacDonald, gleich zu Hause gelassen. Auch Stürmer-Oldie Ervin Masek musste nach einer leichten Schulterverletzung am Sonntag in Bremerhaven die Reise nach Heilbronn nicht mit antreten. Dafür bot sich eine Chance für die Youngster auf Einsatzzeiten und Gelegenheit für Rohrbach, die Nachwuchsspieler, die sonst auch für Jonsdorf und Niesky in der Oberliga auflaufen, unter Wettkampfbedingungen zu testen.

Stephen Ritter, der Backup-Goalie der Lausitzer Füchse, bekam gestern in Heilbronn seine Einsatzchance, hatte aber (wie erwartet) noch seine Probleme und musste fünf Mal hinter sich greifen.Archivfoto: Peter Aswendt

Und noch etwas war schon vor der Partie interessant. Heilbronn konnte gleich neun Förderlizenzspieler aufbieten – davon können die Füchse nur träumen. Unter diesen Spielern war übrigens auch Toni Ritter, der die Nachwuchsausbildung in Weißwasser genossen hat, inzwischen 20 Jahre alt und über 1,90 Meter groß ist, und für den DEL-Club Adler Mannheim spielt, der eine Kooperationsvereinbarung mit den Heilbronner Falken hat.

Die Heilbronner wollten sich gestern natürlich für die Heimniederlage nach Penaltyschießen im Punktspiel zehn Tage zuvor revanchieren. Das wollten zwar offiziell nur gut 500 Zuschauer sehen, die aber durften zwei schnelle Tore der Falken bejubeln. Beim ersten stand die noch überforderte Youngsterreihe auf dem Eis, beim zweiten machte der nervös und unsicher wirkende Stephen Ritter (na klar, sein erstes Pflichtspiel für die Füchse) alles andere als eine gute Figur. Die Füchse fingen sich danach etwas, bekamen zumindest keinen weiteren Gegentreffer, aber nach vorn ging auch nichts. Einzig Wiecki und Heyer wirkten richtig motiviert.

Im Mitteldrittel passierte lange Zeit wenig, beide Mannschaften konnten Strafzeiten des Gegners nicht nutzen, bis die Heilbronner beim Spiel Vier-gegen-Vier der dritte und damit vorentscheidende Treffer gelang. Léveillé hatte den Puck durch die Schoner von Ritter geschossen. Als wenig später durch die junge Förderlizenzspieler- Reihe der vierte Heilbronner Treffer fiel, war das mehr als die Vorentscheidung.

Ganz so abschießen lassen wollten sich die Füchse wohl doch nicht. Mit dem ersten Angriff im Schlussdrittel gelang Peter Szabo der Treffer zum 1:4. Danach begannen die Füchse auf einmal, zu spielen. Böse Zungen könnten glattweg behaupten, dass sie jetzt, nachdem klar war, dass man es nicht mehr schaffen würde, noch nach Ravensburg zu müssen, die Lust am Eishockey wiederentdeckt hatten. Die Füchse erspielten sich Chance um Chance, trafen aber das Tor nicht. Die größte Möglichkeit vergab Richard Hartmann, der allein vor dem Gastgebertorwart Lukas Lang (auch nur der Backup-Torwart der Falken) scheiterte.

Den Füchsen, die jetzt viel engagierter spielten, lief dann aber die Zeit davon. Außerdem mussten sie in den letzten zehn Minuten dreimal auf die Strafbank. Eine Überzahl nutzten die Gastgeber zum 5:1 und machten den Sack damit endgültig zu. Der Treffer von Mike Forgie 15 Sekunden vor Schluss war nur noch ein ganz kleines Trostpflaster und eher etwas für die Statistiker.

Die Füchse können sich jetzt ganz auf die Meisterschaft konzentrieren. Am Sonntag geht es nach Bayern zum Ligazweiten Kaufbeuren, den Freitag darauf zum Derby nach Dresden, bevor es am letzten Oktobertag endlich wieder ein Heimspiel gibt. Dann kommt der Ligakrösus Schwenningen.

Von Frank Thümmler

Quelle: SZ-Online.de
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