Füchse beißen sich in die Auswärtspartie in Crimmitschau und holen drei Punkte. Starke Abwehr kompensiert den Ausfall von Erwin Masek.
Vor dem wichtigen Sachsenderby bei den Crimmitschauer Eispiraten ereilte die Füchse die Hiobsbotschaft. Sturmveteran Erwin Masek wird mit einem Sehnenanriss bis zum Jahreswechsel ausfallen und musste in der ersten Angriffsreihe ersetzt werden. Trainer Dirk Rohrbach schenkte Jakub Wiecki dort das Vertrauen und beförderte ihn somit in die Paradereihe, baute die Überzahlteams etwas um ließ sonst alles beim Alten. Während anfangs noch etwas Sand im Angriffsgetriebe war, hielten die Abwehrreihen Weißwasser im Spiel. Die Gäste bissen sich aber in die Partie in am Ende griff fast ein Rad ins andere und die Füchse entführten alle Punkte aus dem westsächsischen Sahnpark.
Zwölf Sekunden Freude
Das Spiel begann zäh und, um es vorwegzunehmen, blieb über weite Strecken vom Kampf geprägt – um nicht zu sagen ein typisches Derby. Fünf Minuten dauerte es, bevor die Gäste aus der Lausitz das erste Mal in Tornähe auftauchten. Rory Rawlyk steuerte auf Stefan Horneber zu, wurde aber von der Crimmitschauer Abwehr erfolgreich abgedrängt. Im Gegenzug musste Ryan MacDonald im Füchsetor erstmals eingreifen und bewältigte diese erste, keineswegs letzte Probe seines Könnens ohne Mühe. Gefährlicher wurde es nach acht Minuten, als die Eispiraten in Überzahl bemerkenswerten Druck entfalteten. Bembridge besaß die beste Gelegenheit, jagte die Scheibe frei vor MacDonald drüber.
Nicht nur im Powerplay zeigten die Hausherren das gefälligere Hockey, waren präsenter, passsicherer und hatten die besseren Gelegenheiten. Die notwendigen Umstellungen bei den Füchsen hinterließen Spuren im Kombinationsspiel, besonders im eigenen Drittel ging die Scheibe mehrfach unnötig verloren. Umso überraschender fiel das 1:0 für die Weißwasseraner, das obendrein großartig herausgespielt war. Über Valenti und Klenner landete die Scheibe bei Toptorjäger Richard Hartmann, der sie sehenswert aus der Luft in die Maschen tippte.
Füchse-Verteidiger Sven Valenti holt sich bei Trainer Dirk Rohrbach letzte Anweisungen. Das umgestellte Team brauchte ein wenig Zeit, bis es in Crimmitschau den Ton angab. Immerhin: Die spielerische Steigerung im Schlussdrittel reichte den Gästen zum Sieg. Archivfoto: Lutz Hentschel
So wenig die Füchse-Führung zu diesem Zeitpunkt verdient war, so wenig hatte sie Bestand. Nur zwölf weitere Sekunden brauchte Dean Strong für seinen siebenten Saisontreffer. Kurios dabei, dass viele Crimmitschauer schon beim Schuss von Carciola gejubelt hatten, der wohl auch hinter der Torlinie war. Aber erst als Strong den Puck im Nachsetzen noch einmal an MacDonald vorbeilegte, fand das Tor die Anerkennung von Hauptschiedsrichter Lenhart. Die Füchse waren mit dem 1:1 zur ersten Pause gegen bissigere Eispiraten gut bedient. Das dürfte auch der Tenor von Dirk Rohrbachs Pausenansprache gewesen sein, der seinen Cracks offensichtlich Feuer machte.
Die Partie gewann an Fahrt, die Füchse an Zweikampfstärke und Sicherheit. Und Ryan MacDonald präsentierte sich in blendender Verfassung, leitete mit seiner Parade einen Konter ein, den Lehnigk nicht im Tor unterbrachte. Dann musste der Crimmitschauer Schietzold vom Eis und auch das Lausitzer Überzahlspiel war jetzt deutlich besser, Hartmann verpasste nach schöner Kombination knapp am langen Pfosten (31.). Viel mehr Gelegenheit zum Powerplay bekamen die Füchse allerdings nicht; in einer turbulenten Spielphase mussten Rawlyk (2+2), Grosch, Klenner und Gulda auf die Strafbank, Schiedsrichter Lenhart legte die Regeln sehr kleinlich und im Zweifel nicht für die Gäste aus. Doch die beste Unterzahlmannschaft der Liga warf sich aufopferungsvoll in den Kampf, die dritte Verteidiger-Reihe mit Heyer und Gulda blieb lange auf dem Eis und ohne Gegentreffer. In dieser vielleicht entscheidenden Phase des Spiels waren die Eispiraten klar am Drücker, versäumten aber das Toreschießen.
Albrecht im zweiten Versuch
Das machten die Füchse im Schlussdrittel besser. Hier zeigte sich, dass sie im Spiel fünf gegen fünf die überlegenen Mittel haben, wenn sie ihre Fahrigkeit – siehe Anfangsphase – einmal abgelegt haben. Nach Götz‘ Pfostentreffer (44.) hatten die Hausherren ihre einzige gute Gelegenheit in Überzahl, der Schuss flog am offenen Tor vorbei.
Danach übernahm Weißwasser die Initiative und Albrecht erlöste den Lausitzer Anhang nach 54 Minuten. Von rechts drang er ins Drittel der Eispiraten ein, schoss einmal auf Horneber, der ließ prallen und Albrecht schob den Puck im Nachsetzen ins Tor.
Mit einem überragenden MacDonald als Rückhalt und einer reifen Abwehrleistung, bei der die dritte Reihe mit Heyer und Tomas Gulda hervorzuheben ist, brachten die Gäste das 2:1 sicher über die Zeit. Crimmitschau fehlten sichtlich die Ideen, um noch einmal wirklich gefährlich zu werden, führen stattdessen mehrfach ins Abseits.
Am Ende stand ein verdienter Auswärtssieg, und die Anspannung nach dem torarmen Spiel gegen den Tabellennachbarn wandelte sich in ausgelassenen Jubel. (Von Marcel Süßmann und Marcel Pochanke)
Vor dem wichtigen Sachsenderby bei den Crimmitschauer Eispiraten ereilte die Füchse die Hiobsbotschaft. Sturmveteran Erwin Masek wird mit einem Sehnenanriss bis zum Jahreswechsel ausfallen und musste in der ersten Angriffsreihe ersetzt werden. Trainer Dirk Rohrbach schenkte Jakub Wiecki dort das Vertrauen und beförderte ihn somit in die Paradereihe, baute die Überzahlteams etwas um ließ sonst alles beim Alten. Während anfangs noch etwas Sand im Angriffsgetriebe war, hielten die Abwehrreihen Weißwasser im Spiel. Die Gäste bissen sich aber in die Partie in am Ende griff fast ein Rad ins andere und die Füchse entführten alle Punkte aus dem westsächsischen Sahnpark.
Zwölf Sekunden Freude
Das Spiel begann zäh und, um es vorwegzunehmen, blieb über weite Strecken vom Kampf geprägt – um nicht zu sagen ein typisches Derby. Fünf Minuten dauerte es, bevor die Gäste aus der Lausitz das erste Mal in Tornähe auftauchten. Rory Rawlyk steuerte auf Stefan Horneber zu, wurde aber von der Crimmitschauer Abwehr erfolgreich abgedrängt. Im Gegenzug musste Ryan MacDonald im Füchsetor erstmals eingreifen und bewältigte diese erste, keineswegs letzte Probe seines Könnens ohne Mühe. Gefährlicher wurde es nach acht Minuten, als die Eispiraten in Überzahl bemerkenswerten Druck entfalteten. Bembridge besaß die beste Gelegenheit, jagte die Scheibe frei vor MacDonald drüber.
Nicht nur im Powerplay zeigten die Hausherren das gefälligere Hockey, waren präsenter, passsicherer und hatten die besseren Gelegenheiten. Die notwendigen Umstellungen bei den Füchsen hinterließen Spuren im Kombinationsspiel, besonders im eigenen Drittel ging die Scheibe mehrfach unnötig verloren. Umso überraschender fiel das 1:0 für die Weißwasseraner, das obendrein großartig herausgespielt war. Über Valenti und Klenner landete die Scheibe bei Toptorjäger Richard Hartmann, der sie sehenswert aus der Luft in die Maschen tippte.
So wenig die Füchse-Führung zu diesem Zeitpunkt verdient war, so wenig hatte sie Bestand. Nur zwölf weitere Sekunden brauchte Dean Strong für seinen siebenten Saisontreffer. Kurios dabei, dass viele Crimmitschauer schon beim Schuss von Carciola gejubelt hatten, der wohl auch hinter der Torlinie war. Aber erst als Strong den Puck im Nachsetzen noch einmal an MacDonald vorbeilegte, fand das Tor die Anerkennung von Hauptschiedsrichter Lenhart. Die Füchse waren mit dem 1:1 zur ersten Pause gegen bissigere Eispiraten gut bedient. Das dürfte auch der Tenor von Dirk Rohrbachs Pausenansprache gewesen sein, der seinen Cracks offensichtlich Feuer machte.
Die Partie gewann an Fahrt, die Füchse an Zweikampfstärke und Sicherheit. Und Ryan MacDonald präsentierte sich in blendender Verfassung, leitete mit seiner Parade einen Konter ein, den Lehnigk nicht im Tor unterbrachte. Dann musste der Crimmitschauer Schietzold vom Eis und auch das Lausitzer Überzahlspiel war jetzt deutlich besser, Hartmann verpasste nach schöner Kombination knapp am langen Pfosten (31.). Viel mehr Gelegenheit zum Powerplay bekamen die Füchse allerdings nicht; in einer turbulenten Spielphase mussten Rawlyk (2+2), Grosch, Klenner und Gulda auf die Strafbank, Schiedsrichter Lenhart legte die Regeln sehr kleinlich und im Zweifel nicht für die Gäste aus. Doch die beste Unterzahlmannschaft der Liga warf sich aufopferungsvoll in den Kampf, die dritte Verteidiger-Reihe mit Heyer und Gulda blieb lange auf dem Eis und ohne Gegentreffer. In dieser vielleicht entscheidenden Phase des Spiels waren die Eispiraten klar am Drücker, versäumten aber das Toreschießen.
Albrecht im zweiten Versuch
Das machten die Füchse im Schlussdrittel besser. Hier zeigte sich, dass sie im Spiel fünf gegen fünf die überlegenen Mittel haben, wenn sie ihre Fahrigkeit – siehe Anfangsphase – einmal abgelegt haben. Nach Götz‘ Pfostentreffer (44.) hatten die Hausherren ihre einzige gute Gelegenheit in Überzahl, der Schuss flog am offenen Tor vorbei.
Danach übernahm Weißwasser die Initiative und Albrecht erlöste den Lausitzer Anhang nach 54 Minuten. Von rechts drang er ins Drittel der Eispiraten ein, schoss einmal auf Horneber, der ließ prallen und Albrecht schob den Puck im Nachsetzen ins Tor.
Mit einem überragenden MacDonald als Rückhalt und einer reifen Abwehrleistung, bei der die dritte Reihe mit Heyer und Tomas Gulda hervorzuheben ist, brachten die Gäste das 2:1 sicher über die Zeit. Crimmitschau fehlten sichtlich die Ideen, um noch einmal wirklich gefährlich zu werden, führen stattdessen mehrfach ins Abseits.
Am Ende stand ein verdienter Auswärtssieg, und die Anspannung nach dem torarmen Spiel gegen den Tabellennachbarn wandelte sich in ausgelassenen Jubel.
(Von Marcel Süßmann und Marcel Pochanke)
Quelle: SZ-Online.de