Für viele Weißwasseraner sind die aktuellen Kostenberechnungen für den Neubau der Eishalle ein Schock. Nach den neuesten Zahlen der Planer vom Stuttgarter Büro asp wird die vereinbarte Obergrenze von 15,7 Millionen Euro um eine halbe Million überschritten. Muss die Stadt nun tiefer in die Tasche greifen?
Wie kommt asp auf Kosten von 16,2 Millionen Euro?
Strittig sind in erster Linie nicht die reinen Bau-, sondern die Abrisskosten für den bestehenden Fuchsbau. Er wird dem Erdboden gleich gemacht, sobald der Neubau steht. Stadt und Stadtrat haben bisher argumentiert, asp müsse an den Kosten arbeiten. Bei der Präsentation des Neubaumodells hat Planer Dimitrios Kogios den Ball zurückgespielt. Nach den Berechnungen der Planungsgruppe Petrick sind für den Abriss des Fuchsbaus 700000 Euro anzusetzen. Für asp ist das zu wenig. Die Planer rechnen mit 380000 Euro mehr. Warum das so ist, kann sich asp nicht erklären. Bei den reinen Baukosten liegen beide Berechnungen eng beieinander. Sie werden sich bei zehn Millionen Euro einpendeln. Dazu kommen die Kosten für Planung, Ausstattung und Außenanlagen.
Was sagen Stadt und Stadtrat dazu?
Der Rat hat die Entwurfsplanung von asp abgesegnet. Allerdings mit dem Zusatz, dass die Kosten bei 15,7 Millionen Euro zu deckeln sind. OB Torsten Pötzsch hatte sich zuvor bereits eindeutig positioniert. Für ihn sind die 16,2 Millionen keine Diskussionsgrundlage.
Wo sind weitere Einsparungen möglich?
Das Bauamt hat Vorschläge erarbeitet, die helfen sollen, die Kosten einzudämmen. Beispiel 1: Wenn die Glaswand, die die Sicht vom Traditionsraum in die Halle ermöglichen soll, durch eine Betonwand ersetzt wird, müssten etwa 10000 Euro weniger ausgegeben werden. Beispiel 2: Für den Traditionsraum sind neue Vitrinen vorgesehen. Kämen stattdessen die alten zum Einsatz, könnten 25000 Euro eingespart werden. Die Liste ist noch länger. Keiner der Punkte ist bisher in die aktuellen Berechnungen von asp eingeflossen. Die Planer sagen aber von sich aus, dass sich allein beim Innenraum rund 100000 Euro einsparen lassen.
Führen die Einsparungen zu höheren Folgekosten?
Stadtrat (Klartext) und Füchse-Trainer Dirk Rohrbach machten diese Rechnung anhand des Plexiglasschutzes der Bande auf. Bei billigerem Material ist das Glas von den Puckschlägen nach einem Jahr fast schwarz und muss ausgetauscht werden. Anders ist das bei kostspieligerem Material. Geringe Neubau- und Ausstattungskosten und langlebige Materialien werden aber nicht in einem Paket zu haben sein.
Wie geht es mit den Planungen jetzt weiter?
Die Mehrkosten müssen weg. asp wird die Einsparvorschläge der Verwaltung einarbeiten. Außerdem muss das Büro die Kosten an die Forderungen der Stadt anpassen. Wie ist nur insofern relevant, als dass sich durch die Kürzungen nicht höhere Folgekosten ergeben.
Betonwand statt Glas, alte Vitrinen im neuen Stadion, mir wird ganz mulmig bei diesen Vorschlägen. Da wird nun mal was Neues gebaut und dann scheitert es an "paar Kröten".
Vieleicht sollte man mal Herrn Schockemöhle um eine Spende bitten. Wer sich ein Pferd für 10 Mio. kaufen kann, der hat vieleicht was für eine neue Eishalle im Osten übrig. ( nur Spaß )
2 | JimPanse | 21.12.2010 @ 09:37
eine, wohlgemerkt transparente! Glaswand durch Beton zu ersetzen, weil man da Geld spart... ja dann! Sitzplätze weg! Und keine Türen, die kosten auch. Schon ein bisschen schräg, diese Idee.. Das alte WPS wurde doch auch bürgerlich errichtet - spenden wir doch für ein bisschen Luxus.
3 | tanngrismir | 21.12.2010 @ 09:49
Nachtigall ick hör dir trapsen :-( "Sparen" gut und schön aber langsam fängt´s an ins lächerliche abzugleiten wenn man das so liest. Wie wär es denn mit ner Eisfläche, dahinter drei Reihen Stehplätze und das ganze mit nem Zelt überspannt? Wo liegt eigentlich das Problem, wenn man die jetzige Halle NICHT abreißt und das dort gesparte Geld mit in den Neubau steckt??????
4 | Opi | 21.12.2010 @ 10:11
@3 hab ich mir auch schon mehrmals gedacht, allerdings will man wohl anfallende Betriebskosten sparen, wenn denn welche anfallen.Das wird bestimmt noch lustig werden, bis die neue Halle steht.Warum schafft man es von seitens der Planer nicht, im Kostenlimit zu bleiben? Nebenbei, in Hamburg hat man eine Halle für 15Millionen gebaut.
5 | tanngrismir | 21.12.2010 @ 10:40
@ Opi. Dazu mußte aber auch erwähnen, daß es sich in HH um die Volksbank Trainingshalle handelt. Du weißt doch wie HIER einige "denken" ;-)
6 | lehm | 21.12.2010 @ 11:16
@3 Wenn wir schon bei HH und Zelt sind, dann hat dir Stellingen wohl besonders gut gefallen :-) Ich verstehe auch nicht, warum das alte Stadion nicht stehen bleibt, vielleicht hängt es mit irgendwelchen Richtlinien der Fördertöpfe zusammen. Ansonsten wäre es wirklich egal ob der Fuchsbau vergammelt, hat ja beim Freiluftstadion auch 20 Jahre keinen interessiert
7 | Zewa | 21.12.2010 @ 11:37
Hm - den Abriß des alten Fuchsbaus versteh ich auch nicht so ganz, man könnte ihn doch wunderbar als Inlinehockeyhalle nutzen - zum Beispiel von April bis Oktober oder so. Kann mir nur vorstellen, dass man sich an irgendwelche Richtlinien halten muß - oder???
8 | rene72 | 21.12.2010 @ 12:34
die alte muss abgerissen werden, weil sie baufällig ist.
9 | tanngrismir | 21.12.2010 @ 12:43
@ 8. Sagt wer?
10 | Lischi | 21.12.2010 @ 12:46
@Rene72: wer sagt das und warum dürfen wir dann momentan noch in einer baufälligen Halle spielen???
11 | Kiesi71 | 21.12.2010 @ 13:26
@opi welche halle in hamburg meinst du?
12 | Wikinger | 21.12.2010 @ 13:28
das kam doch vor einer Weile mal, wenn ich mich recht erinnere. Das die sicherheitsrichtlinien nur noch bis zu einem bestimmten Jahr erfüllt werden können, oder täusche ich mich? Ich weiss keine präzisse Aussage ;) Aber mir klingelt da auch noch was im Ohr dazu
13 | tanngrismir | 21.12.2010 @ 13:48
@ 11. Siehe Beitrag 5 - für u.a. dich war der letzte Satz!!!! @ 12. Sicherheitsauflagen ist richtig. Soweit ich weiß gings da um die Aufgänge zu den Blöcken und die Holzbeplankung der Tribünen. D.h. aber noch nicht, daß die Halle baufällig ist.
14 | Coswiger | 21.12.2010 @ 15:11
Wie kann der Abriss der jetzigen Halle 1 Mio kosten???
Wenn ich lese Betonwand statt Glaswand könte ich k.....! Man sollte auch an die Optik denken.
15 | Dynamix12 | 21.12.2010 @ 15:25
Ich hoffe in den Berechnungen von asp sind auch die zu erwartenden Preissteigerungen für Baumaterial, wie Metall, enthalten. Zur Zeit ziehen die Preise für Rohstoffe ordentlich an. Dass gilt auch für Fliesen aus China, egal ob sie im Westen oder Osten verkauft werden. Die alte Halle, wenn möglich, würde ich auch stehen lassen. Als Trainingshalle geht die bestimmt noch. Außerdem habe ich dort drinne Schlittschuhlaufen gelernt, ihr könnt mir nicht alle Wurzeln zu Weißwasser rauben. ;-(
16 | skorpion | 21.12.2010 @ 19:01
Hi@coswiger hatten wir nicht vor einiger zeit über das noch nicht stehende Stadion debattiert?Vielleicht siehst du es heut schon etwas anders.Die Millionen durch die Einwohnerzahl geteilt und dann jedem Bürger seinen Anteil dann wirds auch mit dem neuen Bürgermeister.Das Stadion in dd sollte knapp 20 mille kosten sind dann wohl fast 25 geworden und Mängel hat man zuletzt immer noch abgestellt.Vieleicht verstehst du heut wie ich das mit auf den "Füßen fallen"gemeint habe.
17 | Coswiger | 21.12.2010 @ 19:07
@16 Da ging es aber um die Betriebskosten der Eishalle!
Ist schon ein Unterschied... Ich habe noch nirgendwo gelesen das der ESW Probleme mit dem Betrieb der Eishalle hat.
18 | skorpion | 21.12.2010 @ 19:37
Fröhliche Weihnachten
19 | rene72 | 21.12.2010 @ 21:34
wir kriegen jedes Jahr eine Sondergenehmigung vom TÜV für den Betrieb der Halle. Was meint ihr warum eine Sanierung der Halle teurer ist als ein Neubau? Weil die Bausubstanz der alten noch so gut ist?
20 | Opi | 21.12.2010 @ 23:56
@5, stimmt hast Recht. Sorry, bin erst eben rein von der Arbeit. Naja ist ne Trainingshalle, genannt Volksbank Arena, aber trotzdem mal interessant, was man für das Geld hinbauen kann.Soviel ich weiß, hat die Halle alles was man braucht. Naja, für mich nicht ganz klar gewesen, warum es ein Büro von den "sparsamen Schwaben" sein musste.Aber egal, ist nun mal so und ich hoffe immer noch auf das erste Bully in der neuen Halle.
21 | tanngrismir | 22.12.2010 @ 09:15
@ 20. Die VoBa-Arena in HH fasst 300 Zuschauer, das is nich wirklich ein Vergleich. @ 19. Das die Halle nich in TopZustand ist, ist klar. Aber bis zur "Baufälligkeit" ist da doch noch ein Unterschied. Wer hat denn nun gesagt, daß die Halle weg "muss"?
22 | Dynamix12 | 22.12.2010 @ 10:04
@17 Lies mal bei Wikipedia den Eintrag zur Freiberger Arena genau durch. Den Tipp hab ich von einem Arbeitskollegen von dir bekommen. Ist ein Eislöwen Fan und unterhalten haben wir uns in Villingen (Schwarzwald) auf einer Wiese am Lagerfeuer. So klein ist die Welt.
23 | willithefish | 22.12.2010 @ 17:53
warum nimmt man die alte halle nicht als trainingshalle ? die ränge zurück bauen die eisschnellauf-bahn wieder hin gezaubern und schon kann man auch den anderen die eishockey nicht so für sich enddeckt haben fördern ! eiskunstlauf und eisschnellauf währe doch auch was für die mädels !
24 | willithefish | 22.12.2010 @ 17:54
eisschnelllauf
25 | Andi | 22.12.2010 @ 18:06
@23 - Kann mir nicht vorstellen, dass die alte Halle noch genutzt werden wird. Die neue Arena wird ja hauptsächlich auch gebaut, weil die alte Energie-Uneffizient ist.
26 | Energie-Experte | 23.12.2010 @ 10:01
Rein elektrisch betriebene Kältemaschinen sind immer ein teurer Spaß. Moderne Anlagen gehen mit der Edelenergie Strom immerhin deutlich sparsamer um. Deshalb werden die energiebedingten Betriebskosten der neuen Halle ein gutes Stück geringer sein.
Durchaus denkbar wäre eine Kältemaschine für zwei Eisflächen. Doppelte Leistung bedeutet dabei nicht doppelter Preis. Die Mehrkosten liegen bei 30% bis 50%. Mit dem knapp kalkulierten Budget offensichtlich nicht machbar. Und dazu kämen auch noch doppelte Betriebskosten, denen nicht ausreichend höhere Einnahmen gegenüber stehen. In DrezNo gibt es zwei Eisflächen in der neuen Halle. Allerdings gibt als zusätzliche Nutzer die Eiskustläufer und die Shorttracker, letztere mit einem Bundesleistungszentrum. Die Aufzählung ist gewiss nicht vollständig.
Im privatwirtschaftlichen Bereich können durch Investitionen in Energieeffizienz und Ersatz teurer Energieträger durch billigere Alternativen Energiekosten in Kapitalkosten umgewandelt werden. Diese sind sehr gut planbar, während niemand die zukünftigen Preise für Energie vorhersagen kann. Dabei ist die Investitionssumme nicht limitiert, solange über reduzierte Energiekosten die Wirtschaftlichkeit darstellbar ist. Warum dieser Weg bei öffentlichen Investitionen nicht gangbar ist, mögen die Haushaltsexperten erklären.
27 | tanngrismir | 23.12.2010 @ 10:53
@ 26. Am Bsp. dd bleibt aber festzuhalten, daß die Halle für die Stadt auch weiterhin ein Zuschuß- bzw. Minusgeschäft bleiben wird. Denn weder durch Shorttrack,noch durch Eiskunstläufer, geschweige denn durch Eishockey (denn d. Möwen bezahlen im Moment keinen Cent Betriebskosten) kommt genug Geld rein um bei +/- Null zu landen. Wie das bei uns mal gehandhabt wird bleibt abzuwarten. Ich bin da jedenfalls mal gespannt. Aber das man die alte Halle an die neue ankoppeln kann/will/wird wage ich zu..
28 | tanngrismir | 23.12.2010 @ 10:53
..bezweifeln.
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Wie kommt asp auf Kosten von 16,2 Millionen Euro?
Strittig sind in erster Linie nicht die reinen Bau-, sondern die Abrisskosten für den bestehenden Fuchsbau. Er wird dem Erdboden gleich gemacht, sobald der Neubau steht. Stadt und Stadtrat haben bisher argumentiert, asp müsse an den Kosten arbeiten. Bei der Präsentation des Neubaumodells hat Planer Dimitrios Kogios den Ball zurückgespielt. Nach den Berechnungen der Planungsgruppe Petrick sind für den Abriss des Fuchsbaus 700000 Euro anzusetzen. Für asp ist das zu wenig. Die Planer rechnen mit 380000 Euro mehr. Warum das so ist, kann sich asp nicht erklären. Bei den reinen Baukosten liegen beide Berechnungen eng beieinander. Sie werden sich bei zehn Millionen Euro einpendeln. Dazu kommen die Kosten für Planung, Ausstattung und Außenanlagen.
Was sagen Stadt und Stadtrat dazu?
Der Rat hat die Entwurfsplanung von asp abgesegnet. Allerdings mit dem Zusatz, dass die Kosten bei 15,7 Millionen Euro zu deckeln sind. OB Torsten Pötzsch hatte sich zuvor bereits eindeutig positioniert. Für ihn sind die 16,2 Millionen keine Diskussionsgrundlage.
Wo sind weitere Einsparungen möglich?
Das Bauamt hat Vorschläge erarbeitet, die helfen sollen, die Kosten einzudämmen. Beispiel 1: Wenn die Glaswand, die die Sicht vom Traditionsraum in die Halle ermöglichen soll, durch eine Betonwand ersetzt wird, müssten etwa 10000 Euro weniger ausgegeben werden. Beispiel 2: Für den Traditionsraum sind neue Vitrinen vorgesehen. Kämen stattdessen die alten zum Einsatz, könnten 25000 Euro eingespart werden. Die Liste ist noch länger. Keiner der Punkte ist bisher in die aktuellen Berechnungen von asp eingeflossen. Die Planer sagen aber von sich aus, dass sich allein beim Innenraum rund 100000 Euro einsparen lassen.
Führen die Einsparungen zu höheren Folgekosten?
Stadtrat (Klartext) und Füchse-Trainer Dirk Rohrbach machten diese Rechnung anhand des Plexiglasschutzes der Bande auf. Bei billigerem Material ist das Glas von den Puckschlägen nach einem Jahr fast schwarz und muss ausgetauscht werden. Anders ist das bei kostspieligerem Material. Geringe Neubau- und Ausstattungskosten und langlebige Materialien werden aber nicht in einem Paket zu haben sein.
Wie geht es mit den Planungen jetzt weiter?
Die Mehrkosten müssen weg. asp wird die Einsparvorschläge der Verwaltung einarbeiten. Außerdem muss das Büro die Kosten an die Forderungen der Stadt anpassen. Wie ist nur insofern relevant, als dass sich durch die Kürzungen nicht höhere Folgekosten ergeben.
Von Thomas Staudt
Quelle: SZ-Online.de