Die Eisarena
Der neue Fuchsbau
 
Warum eigentlich immer nur von Ost nach West?
21.12.2010 | 16:02 Uhr von
Die Ruhrpöttler Mike Mieszkowski und Dustin Strahlmeier gehen zur „Berufausbildung“ den umgekehrten Weg
Laut ist das Wehklagen in der Region – immer mehr junge Menschen verlassen ihre Heimat, um in den alten Bundesländern den Start ins Berufsleben zu vollziehen. Dass es auch andersrum geht, beweisen jetzt Dustin Strahlmeier und Mike Mieszkowski.

„Ein McDonalds in Weißwasser wäre schon nicht schlecht“, ist Mike Miezkowski, der 18-jährige stürmende Jungprofi der Lausitzer Füchse, eigentlich gar nicht so traurig darüber, dass in der Glasmacherstadt für junge Leute doch eher „der Hund begraben ist“. Denn er und der gleichaltrige Dustin Strahlmeier sind nicht von Gelsenkirchen in den Osten gekommen, um vorrangig Party zu machen. Beide Nachwuchstalente wollen lieber via Förderlizenz beim Oberligisten Jonsdorfer Falken den Sprung ins Profieishockey, sprich ins Zweitligateam der Füchse, schaffen.

Ex-Fuchs Tomasz Mieszkowski (2.v.l.) mit Ziehsohn Dustin (links) und Stammhalter Mike (2v.r.) beim Besuch in Jonsdorf. Ganz rechts Mike´s kleiner Bruder Darren, dem ein noch größeres Talent nachgesagt wird... Foto: has

Während Mike bereits im Sommer einen Profivertrag bei den Lausitzer Füchsen unterschrieb, vermittelte sein Vater Tomasz, der selbst von 2000 bis 2002 im Fuchsbau tätig war, dem besten Freund seines Sohnes ein Probetraining in Weißwasser. Dustin Strahlmeier wusste zu überzeugen und wurde von den Füchse-Verantwortlichen sogleich als erster Torwart beim Kooperationspartner in Jonsdorf „geparkt“.
„Das war das Beste was uns passieren konnte. In Jonsdorf Spielpraxis zu bekommen, von den Zweitliga-Profis lernen zu können und von den Vereinen eine Ausbildungsstelle zu bekommen, um an einer Absicherung neben der Karriere zu arbeiten. Man sieht ja bei Mikes Vater, wie schnell eine Spielerlaufbahn durch eine Verletzung beendet sein kann“, freut sich Dustin über die dargebotenen Chancen. „Obwohl ich mich am Anfang schon etwas geärgert habe, dass ich jetzt für mein Wirtschafts-Fachabitur die elfte Klasse nochmal machen muss, da diese hier in Sachsen nicht anerkannt wurde.“
Ebenfalls die Schulbank drückt Mike – neben den Lehrjahren auf dem Eis hat er beim Füchse-Sponsor Vattenfall eine Ausbildung zum Elektriker für Automatisierungstechnik begonnen.
Richtig unter Strom steht er meist beim Training. Ärgerlich für ihn nur, dass er gerade auf dem Sprung ins Team stehend, durch eine schwere Lungenentzündung ins Krankenhaus musste und nun noch bis mindestens Anfang Januar nicht trainieren darf. „Klar ärgert mich das schon, dies macht mich aber nicht traurig. Diese Zeit gibt mir nur noch mehr Willen, mich danach umso mehr anzubieten, um dann spielen zu können.“
Die Doppelbelastung Schule – Training ist für die Jungprofis nicht leicht zu bewältigen. „Aber da kommt uns natürlich entgegen, dass zum Beispiel in Olbersdorf, wo ich wohne, nicht allzu viel los ist. Für Parties habe ich auch noch nach der Saison Zeit. Für die Schule lernen, bisschen Internet, Telefonieren oder was mit den Teamkollegen unternehmen – so sieht die Freizeit aus“, hat sich Dustin mit den Gegebenheiten arrangiert.
Bedauert es aber gleichzeitig, dass er in Jonsdorf nur zwei Mal in der Woche Eistraining hat. „So gehe ich noch nebenher ins Fitnessstudio. Ich könnte zwar auch in Weißwasser mittrainieren, da bräuchte ich aber eine Mitfahrgelegenheit und dann muss es auch mit der Schule passen, da ich erst die Nacht um zwei wieder daheim wäre.“ Wenigstens das Mobilitätsproblem könnte bald passé sein. Der 18-jährige Schüler arbeitet gerade intensiv am Erwerb des Führerscheins.
Am Anfang fiel den jungen Spielern die Trennung von Familie und Freunden natürlich noch schwer. „Aber mittlerweile wissen wir, wer durch die räumliche Trennung unsere wahren Freunde sind. Mit denen und unseren Familien halten wir regelmäßig per Telefon oder Internet Kontakt“, erklären beide unisono.
Umso schöner ist es für sie, dass sie den Heiligabend daheim verbringen können. „Gerade als ich nach Jonsdorf gewechselt bin, lag mein Opa im Krankenhaus und hat eine neue Niere bekommen. Ich habe ihn seitdem nicht mehr gesehen“, freut sich Dustin über die bevorstehenden drei Tage im Kreise der Familie.
Als „Ersatzfamilie“ könnten fast die Mitspieler in Weißwasser und Jonsdorf gelten. „Besonders Kapitän 'Seppi' Klenner, Sven Valenti und Thomas Götz helfen mir ganz toll. Und mit Arturs Kruminsch haben Dustin und ich noch einen Kumpel aus alten Moskitos Essen-Tagen im Füchse-Team“, bedankt sich Mike für die Unterstützung durch die älteren Mannschaftskameraden.
Kruminsch und Dank sind für beide Jungprofis auch die passenden Stichworte. „Mit Juris Kruminsch, dem Vater von Arturs haben wir in Essen den besten Trainer gehabt, der uns so gefördert hat, dass wir beide überhaupt erst die Chance erhalten haben, in Weißwasser unseren Traum vom Profieishockey zu erfüllen“, zeigen sich Mike und Dustin unendlich dankbar.
Wenn das Duo weiterhin so zielstrebig und bodenständig bleibt, könnten beide Spieler einige ihrer selbstgesteckten Ziele verwirklichen. „Zum Beispiel einmal gemeinsam im Nationalteam zu spielen“, verrät Dustin eines davon.

Sascha Hache

Quelle: Wochenkurier
2912 mal gelesen
 
1 | schlagschuss | 22.12.2010 @ 01:07
Sonderschichten muss der Dustin schieben und bald isser ein gesetzter im Profikader irgendwo. Mike muss das Selbe machen, 2 super Talente...
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