Die Lausitzer Füchse sind auch diesmal gleichwertig, für einen Sieg über Dresden fehlen aber das Glück und Kaltschnäuzigkeit.
Ein Sieg gegen im Sachsenderby gegen die Dresdner Eislöwen auf den weihnachtlichen Gabentisch – und schon sähe die Welt für die vielen Füchse-Fans wieder viel besser aus – trotz der Niederlagenserie im November und Dezember – und trotz des letzten Tabellenplatzes, den die Füchse sehr wahrscheinlich auch zum Jahreswechsel innehaben werden.
Die Hoffnung der Fans auf einen Derbysieg konnte vor der Partie ein wenig wachsen, denn Marvin Tepper, der Topscorer der Füchse in der vergangenen Saison, war von seinem DEL-Club für dieses Spiel freigegeben worden. Er rückte in die erste Reihe neben Hartmann und Kim. Szabo blieb als überzähliger Ausländer auf der Tribüne, dafür durfte Verteidiger Turon wieder mitspielen.
Diese Wechselspiele interessierten die Dresdner zunächst überhaupt nicht. Sie übernahmen im ersten Drittel ganz klar das Zepter, wirkten gedanklich frischer, waren energischer in den Zweikämpfen und hatten die besseren Chancen. Dass es nach dem ersten Drittel noch 0:0 stand, lag vor allem an Füchse-Goalie Ryan MacDonald, der mehrfach glänzend parierte. Nachdem Jarrett in der 6. Minute aus Nahdistanz noch drüber geschossen hatte, rettete MacDonald mit der Matte gegen Kaartinen, der am linken Pfosten völlig frei stand und direkt schoss. Bei einer ähnlichen Situation mit Schmerda am rechten Pfosten war der Füchse-Torwart ebenso zur Stelle, und als Boisvert bei einem Unterzahlkonter allein auf ihn zulief (Tepper hatte die Scheibe als „letzter Mann“ verloren), rettete MacDonald nochmals. Von den Füchsen, die ständig unter Druck standen und kaum einen Pass ordentlich spielen konnten, kam nach vorn nicht viel. Die wohl größte Chance vergab Hartmann bei einem 3:1-Unterzahlkonter (Valenti und Tepper waren noch mitgelaufen) mit einem schlampigen Passversuch auf Valenti. Aber trotz der Dresdner Überlegenheit, das Ergebnis auf der Anzeigetafel stimmte.
Weihnachtlicher Friede sieht anders aus. Beim Spiel der Lausitzer Füchse (blau) gegen die Dresdner Eislöwen gestern Abend hatten die Schiedsrichter alle Hände voll zu tun.Foto: Gunnar Schulze
Das zweite Drittel lief dann so wie das erste – nur das die Teams scheinbar die Trikots getauscht hatten. Die Füchse waren jetzt das deutlich überlegene Team, waren lauffreudiger, deutlich schneller am Gegner und griffen die Dresdner zeitiger an. Und auf einmal machten auch die Dresdner ihre Fehler. Die Füchse kamen zu etlichen Torchancen, aber der Eislöwen-Torwart Häkkinen erwies sich als genauso stark wie im ersten Drittel MacDonald. Er rettete gegen einen Schlagschuss von Turon, der allein auf ihn zugelaufen kam und gegen viele weitere Versuche der Füchse, die auch zweimal etwas Pech hatten. Einmal lag der Puck im Tor, aber der Schiedsrichter hatte nach einem Duell von Albrecht an der Bande eine Strafe angezeigt, bevor der Pass nach innen kam und ins Tor befördert wurde. Und kurz vor Ende des Drittels hatte Tepper bei einem Konter schön verzögert und auf Kim gespielt, aber der traf die Unterkante der Torlatte, und der Puck sprang wieder raus. Einige Fans hatten da die Scheibe schon im Tor gesehen. Auf der anderen Seite hatte nur Heider bei einem 2:1-Konter eine gute Chance, aber da war wieder MacDonald zur Stelle.
Auch im Schlussdrittel waren die Füchse dem Tabellendritten gleichwertig. Nichts deutete darauf hin, dass die Dresdner den Fuchsbau als Sieger verlassen würden. Aber dann geschah genau das, was denen passiert, die in der Tabelle unten stehen. Die Dresdner gingen durch ein Glückstor in Führung. Steingroß hatte vom rechten Bullykreis den Puck vor das Tor geschossen, Boisvert den Puck irgendwie abgefälscht. Der trudelte MacDonald durch die Beine ins Tor. Danach waren die Füchse geschockt und mussten zudem eine große (und sehr harte) Strafe gegen Grosch (wegen Stockschlags ohne Verletzungsfolge) überstehen. Sie versuchten in der verbleibenden Spielzeit noch einmal alles. Allerdings verlor Tepper erneut als „letzter Mann“ den Puck, diesmal war Kaartinen allein durch, scheiterte an MacDonald, erhielt aber einen Penalty zugesprochen und scheiterte noch einmal.
Die Füchse hatten ihre größte Chance in der Schlussminute, als Rohrbach schon den Torwart vom Eis geholt hatte. Valenti fälschte einen Schuss kurz vor dem Tor ab, aber Häkkinen hielt. Acht Sekunden vor Schluss traf dann Boisvert ins verwaiste Füchse-Tor.
Als Fazit bleibt, dass die Füchse erneut mit einem Spitzenteam der Liga gleichwertig waren. Was fehlt, ist ganz einfach die Torgefahr, vor allem in Überzahl. Die Lausitzer sind das schwächste Überzahlteam der Liga und wurden diesem Ruf auch gestern mit sieben vergeblichen Versuchen gegen Dresden gerecht. Der Gabentisch der Füchse bleibt also leer – aber im Eishockey ist es wichtiger, dass zu Ostern die Welt in Ordnung ist. (Von Ronny Reddo und Frank Thümmler)
Ein Sieg gegen im Sachsenderby gegen die Dresdner Eislöwen auf den weihnachtlichen Gabentisch – und schon sähe die Welt für die vielen Füchse-Fans wieder viel besser aus – trotz der Niederlagenserie im November und Dezember – und trotz des letzten Tabellenplatzes, den die Füchse sehr wahrscheinlich auch zum Jahreswechsel innehaben werden.
Die Hoffnung der Fans auf einen Derbysieg konnte vor der Partie ein wenig wachsen, denn Marvin Tepper, der Topscorer der Füchse in der vergangenen Saison, war von seinem DEL-Club für dieses Spiel freigegeben worden. Er rückte in die erste Reihe neben Hartmann und Kim. Szabo blieb als überzähliger Ausländer auf der Tribüne, dafür durfte Verteidiger Turon wieder mitspielen.
Diese Wechselspiele interessierten die Dresdner zunächst überhaupt nicht. Sie übernahmen im ersten Drittel ganz klar das Zepter, wirkten gedanklich frischer, waren energischer in den Zweikämpfen und hatten die besseren Chancen. Dass es nach dem ersten Drittel noch 0:0 stand, lag vor allem an Füchse-Goalie Ryan MacDonald, der mehrfach glänzend parierte. Nachdem Jarrett in der 6. Minute aus Nahdistanz noch drüber geschossen hatte, rettete MacDonald mit der Matte gegen Kaartinen, der am linken Pfosten völlig frei stand und direkt schoss. Bei einer ähnlichen Situation mit Schmerda am rechten Pfosten war der Füchse-Torwart ebenso zur Stelle, und als Boisvert bei einem Unterzahlkonter allein auf ihn zulief (Tepper hatte die Scheibe als „letzter Mann“ verloren), rettete MacDonald nochmals. Von den Füchsen, die ständig unter Druck standen und kaum einen Pass ordentlich spielen konnten, kam nach vorn nicht viel. Die wohl größte Chance vergab Hartmann bei einem 3:1-Unterzahlkonter (Valenti und Tepper waren noch mitgelaufen) mit einem schlampigen Passversuch auf Valenti. Aber trotz der Dresdner Überlegenheit, das Ergebnis auf der Anzeigetafel stimmte.
Das zweite Drittel lief dann so wie das erste – nur das die Teams scheinbar die Trikots getauscht hatten. Die Füchse waren jetzt das deutlich überlegene Team, waren lauffreudiger, deutlich schneller am Gegner und griffen die Dresdner zeitiger an. Und auf einmal machten auch die Dresdner ihre Fehler. Die Füchse kamen zu etlichen Torchancen, aber der Eislöwen-Torwart Häkkinen erwies sich als genauso stark wie im ersten Drittel MacDonald. Er rettete gegen einen Schlagschuss von Turon, der allein auf ihn zugelaufen kam und gegen viele weitere Versuche der Füchse, die auch zweimal etwas Pech hatten. Einmal lag der Puck im Tor, aber der Schiedsrichter hatte nach einem Duell von Albrecht an der Bande eine Strafe angezeigt, bevor der Pass nach innen kam und ins Tor befördert wurde. Und kurz vor Ende des Drittels hatte Tepper bei einem Konter schön verzögert und auf Kim gespielt, aber der traf die Unterkante der Torlatte, und der Puck sprang wieder raus. Einige Fans hatten da die Scheibe schon im Tor gesehen. Auf der anderen Seite hatte nur Heider bei einem 2:1-Konter eine gute Chance, aber da war wieder MacDonald zur Stelle.
Auch im Schlussdrittel waren die Füchse dem Tabellendritten gleichwertig. Nichts deutete darauf hin, dass die Dresdner den Fuchsbau als Sieger verlassen würden. Aber dann geschah genau das, was denen passiert, die in der Tabelle unten stehen. Die Dresdner gingen durch ein Glückstor in Führung. Steingroß hatte vom rechten Bullykreis den Puck vor das Tor geschossen, Boisvert den Puck irgendwie abgefälscht. Der trudelte MacDonald durch die Beine ins Tor. Danach waren die Füchse geschockt und mussten zudem eine große (und sehr harte) Strafe gegen Grosch (wegen Stockschlags ohne Verletzungsfolge) überstehen. Sie versuchten in der verbleibenden Spielzeit noch einmal alles. Allerdings verlor Tepper erneut als „letzter Mann“ den Puck, diesmal war Kaartinen allein durch, scheiterte an MacDonald, erhielt aber einen Penalty zugesprochen und scheiterte noch einmal.
Die Füchse hatten ihre größte Chance in der Schlussminute, als Rohrbach schon den Torwart vom Eis geholt hatte. Valenti fälschte einen Schuss kurz vor dem Tor ab, aber Häkkinen hielt. Acht Sekunden vor Schluss traf dann Boisvert ins verwaiste Füchse-Tor.
Als Fazit bleibt, dass die Füchse erneut mit einem Spitzenteam der Liga gleichwertig waren. Was fehlt, ist ganz einfach die Torgefahr, vor allem in Überzahl. Die Lausitzer sind das schwächste Überzahlteam der Liga und wurden diesem Ruf auch gestern mit sieben vergeblichen Versuchen gegen Dresden gerecht. Der Gabentisch der Füchse bleibt also leer – aber im Eishockey ist es wichtiger, dass zu Ostern die Welt in Ordnung ist.
(Von Ronny Reddo und Frank Thümmler)
Quelle: SZ-Online.de