Die Eisarena
Der neue Fuchsbau
 
Tonnenweise Schnee legt die Eishalle lahm
29.12.2010 | 12:12 Uhr von
Wer am gestrigen Dienstag in die Weißwasseraner Eishalle wollte, hatte schlechte Karten. Die Halle war gesperrt. Denn auf dem Dach der Eishalle lagerte die weiße Pracht gleich tonnenweise und musste erst einmal beräumt werden.
»Wir haben für heute alles abgesagt - ob Trainingseinheiten oder Freizeitsport - und die Halle gesperrt«, erklärt Jürgen Handke, der die Geschäftsstelle des Eissportvereins leitet. Die Sicherheit habe Vorfahrt.

Muskelkraft, Vorsicht und Ausdauer waren notwendig, um das Eishallendach von den Schneemassen zu beräumen. Fotos: G. Nitsche

Nachdem es in der Nacht zum Dienstag noch einmal so richtig kräftig und ausdauernd geschneit hatte und 15 Zentimeter hinzukamen, wurde eine rund 45 Zentimeter dicke Schneedecke auf dem Eishallendach gemessen. »Wir haben schon an den letzten Tagen regelmäßig gemessen, aber da bestand noch kein Grund zur Besorgnis«, so Handke. Anders gestern früh. »Das war unserem Empfinden nach einfach zu viel für das Dach.« Die Gefahr, dass es bei weiteren Schneefällen, die ja nicht ausgeschlossen sind, einstürzen könnte, sei greifbar nahe gewesen. »Wir haben Alarm bei der Stadtverwaltung geschlagen und dann mit dem Oberbürgermeister Torsten Pötzsch und Feuerwehr-Chef Gerd Preußing die Situation besprochen«, berichtet Handke. Preußing, der eigentlich zwischen Weihnachten und Silvester Urlaub hat, wollte seine Leute nicht aufs Dach lassen, bevor ein Statiker die Situation geprüft hat. »Ich wollte wissen, ob das Dach nun einsturzgefährdet ist oder nicht.« So wurde Statiker Frank Meier aus Weißwasser hinzugezogen und gab sein Urteil ab: Unter bestimmten Bedingungen darf auf das Dach gegangen und der Schnee beräumt werden. »Das war uns schon wichtig. Nicht, dass am Ende noch jemand zu Schaden kommt«, so Preußing. Vollalarm wurde ausgelöst. Ab zwölf Uhr machten sich dann 13 Kameraden, darunter drei, die sowieso Dienst hatten, an die Arbeit. Mit Schneeschaufeln und Schubkarren sowie kleinen Schneefräsen bewaffnet traten sie den Weg aufs 30 mal 60 Meter große Dach der Eishalle an. Per Drehleiter oder per Leiter ging es hoch.

Wehrleiter Gerd Preußing kam im Urlaub zum Einsatz.

Lob für die Einsatzfreude

Etwa 1800 Quadratmeter mit einer cirka 45 Zentimeter dicken Schneeschicht lagen jungfräulich vor den Kameraden und einigen freiwilligen Helfern. Diese hatten sich aufgrund der aktuellen Medienhinweise vor Ort eingefunden und wollten unbedingt helfen. Unter ihnen auch Robin Gleinig und Sebastian Hennersdorf, die durch Ferien oder Urlaub zu Hause waren und den Hilferuf gehört hatten. »Beide sind neu in der Feuerwehr, aber noch nicht ausgebildet«, lobte Wehrleiter Gerd Preußing deren Einsatzfreude.

Schipp, schipp hurra - lautete das gemeinsame Motto. Denn hier oben ging es nur per Handarbeit voran. Anders konnte den Schneemassen kein Einhalt geboten werden. Doch Preußing war sich angesichts der Menge sicher, dass das kaum bis zum Abend zu schaffen sei. »Wir müssen morgen sicherlich weiter machen.«

Robin Gleinig – einer der freiwilligen Helfer.

Oben auf dem Dach herrschte trotz der anstrengenden Arbeit lockere Stimmung. Nur mussten die Jungs bei allem, was sie taten, an die Ermahnungen des Statikers denken. »Er hat uns erklärt, wie wir zum Beispiel die Bohlen legen sollen, um dann mit Schubkarren voll Schnee darüber zu fahren«, berichtet der Feuerwehrchef. So wird Fuhre um Fuhre weiße Pracht über die Dachkante abgekippt. Andere schaufeln den Schnee und befördern ihn dann runter. Plötzlich fliegt nicht nur der Schnee, sondern dieser gleich samt Schneeschaufel. »Das war mal ein Schieber«, meint Preußing. Er hat gerade über die Drehleiter eine kaputte Schubkarre vom Dach geholt und hält ein Rad in der Hand. »Wir gucken mal, ob wir das wieder hinbekommen«, schnappt sich ESW-Mann Jörg Handke die Einzelteile.

Die Feuerwehr Weißwasser war mit der Drehleiter vor Ort, um Mann und Technik aufs Eishallendach zu bringen.

Ohne Schneeschieber

Doch mittlerweile hat er ein ganz anderes Problem erkannt: Es kommen zwar dankenswerterweise Freiwillige zum Helfen, aber sie bringen keine Schaufeln mit. Und der Vorrat neigt sich dem Ende. Das anscheinend nicht nur vor Ort. »Wir waren schon in Weißwasser in den einschlägigen Märkten, aber so'ne großen Schieber, wie wir sie jetzt brauchen, gibt es nirgendwo mehr«, sagt der Geschäftsstellenleiter vom ESW, schwingt sich ins Auto und versucht sein Glück noch mal. »Auf dem Polenmarkt haben wir bestimmt Glück«, und schon ist die Autotür zu.

Damit sich die Helfer zwischendurch auch mal stärken können, gibt es heiße Getränke und Brötchen. »Wenn sie gebraucht wird, hat auch Frau Pinter vom Fuchsbau ihre Hilfe bei der Versorgung zugesagt«, berichtet Jürgen Handke.

Schon im vorigen Winter musste das Eishallendach von der Schneelast beräumt werden. Damals habe der Verein die Kosten für den Feuerwehr-Hilfseinsatz nicht tragen müssen. Jürgen Handke hofft auch diesmal darauf und unterstreicht den guten Draht des Vereins zur Stadt.

Von Gabi Nitsche

Quelle: Lausitzer Rundschau
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